Montag, 17.10.2011
Personal

DIHK: Bürokratie gefährdet Firmennachfolge

Jeder dritte Unternehmer hat bei der Suche nach dem geeigneten Nachfolger erhebliche Probleme. Das führte 2010 dazu, dass etwa 1.800 Unternehmen mit mehr als 23.000 Arbeitsplätzen aufgegeben wurde. Dieses Ergebnis liefert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in seinem Report zur Unternehmensnachfolge.

Jeder dritte Unternehmer hat bei der Suche nach dem geeigneten Nachfolger erhebliche Probleme. Das führte 2010 dazu, dass etwa 1.800 Unternehmen mit mehr als 23.000 Arbeitsplätzen aufgegeben wurde. Dieses Ergebnis liefert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in seinem Report zur Unternehmensnachfolge.

Ballast Erbschaftssteuer

Besonders hinderlich sind für 19 Prozent der Befragten die Verpflichtungen, die mit der Erbschaftsteuerbefreiung verbunden sind. So sind Regelungen, die eine Fortführung des Unternehmens mit unveränderter Lohnsumme und Unternehmensstruktur über einen Zeitraum von fünf, sieben oder zehn Jahren verlangen, kaum praktikabel. “Für Unternehmen ist es daher schwierig auf wirtschaftliche Veränderungen zu reagieren“, sagt Daniela Karbe-Geßler auf Nachfrage von Markt und Mittelstand. Die Erbschaftssteuerexpertin beim DIHK kritisiert, dass Unternehmenserben gerade in der Krise in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt seien, weil ihnen Nachzahlungen der Erbschaftssteuer drohen. „Hier ist die Politik aufgefordert, zur Unternehmenssicherung stärker beizutragen, indem sie bürokratische Hürden, beispielsweise bei der Erbschaftsteuer, konsequent abbaut“, sagt DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

45 Prozent der nachfolgeinteressierten Existenzgründer finden kein passendes Unternehmen, 37 Prozent der Senior-Unternehmer keinen passenden Nachfolger. So will jeder zweite Unternehmer seinen Betrieb gerne an einen Nachfolger aus der Familie übergeben. Aber dies gelingt nur bei jedem dritten Unternehmen. Die Ursachen dafür sind vielfältig. So können die Nachfolger nicht mit der notwendigen Qualifikation aufwarten oder sie schätzen die Anforderungen einer Unternehmensübernahme falsch ein. 59 Prozent der nachfolgeinteressierten Existenzgründer hatten mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen. Auch überzogene Preisvorstellungen der Seniorunternehmer sind ein Hindernis. Eine Unternehmensübernahme dauert durchschnittlich drei Jahre.

Quelle: DIHK, Markt und Mittelstand
Bildquelle: wiki commons

 

Mehr zum Thema Unternehmensnachfolge finden Sie hier:
Report Unternehmensnachfolge des DIHK
Unternehmer finden keine Nachfolger

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