Mittwoch, 19.09.2012
Personal
Fachkräftemangel

Erfolgsmodell duales Studium

Weg von der reinen Theorie, hin zu mehr Praxis. Das duale Studium entwickelt sich zu einem echten Erfolgsmodell und bietet dem Mittelstand ein weiteres Mittel gegen den Fachkräftemangel.

Das deutsche duale Studium ist Europaweit führend. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Hessenmetall-Cluster-Initiative im Auftrag der Kampagne Duales Studium Hessen des hessischen Wirtschaftsministeriums, für die die dualen Bildungsangebote in Europa untersucht wurden. Die Ausweitung des dualen Ausbildungssystems in die Hochschulen hinein, und die damit verbundene Verzahnung von Theorie und Praxis erfreut sich demnach auch in Hessen wachsender Beliebtheit.

So ist das Angebot dualer Studienplätze von 646 im Jahr 2004 auf 3.694 im Jahr 2011 angewachsen. Im Jahr 2012 wurde erstmals die Marke von 4.000 dualen Studienplätzen überwunden. Dies entspricht knapp 3 Prozent der hessischen Studenten, Experten gehen von einem Wachstumspotential auf bis zu 10 Prozent aus. In Baden-Württemberg liegt der Anteil derzeit bei 9 Prozent. Das Duale Studium gilt als Hoffnungsträger im Kampf gegen den Fachkräftemangel. Allein in Hessen werden bis 2014 über 65.000 Nachwuchskräfte fehlen, viele davon in mathematisch, ingenieur- oder naturwissenschaftlich-technisch qualifizierten Berufen.

Hilfe gegen den Fachkräftemangel

Bundesweit zählt Hessen im Bereich der dualen Studiengänge zu den führenden Bundesländern. An der Spitze liegt die staatlich geförderte Duale Hochschule Baden-Württemberg mit 33.000 eingeschriebenen Studierenden. Hier wird das duale Studium schon seit über 30 Jahren angeboten. Auch viele hessische Firmen entsenden ihre Studierenden bisher deshalb nach Baden-Württemberg. Allein aus Südhessen betrifft dies rund 400 Unternehmen.

Hessen hat mit seinem umfangreichen Angebot von Fachhochschulen, Berufsakademien und einer Universität in den letzten Jahren eine Dachmarke entwickelt, die inzwischen rund 80 Studiengänge und 20 Bildungsanbieter vereint, sowie einheitliche und transparente Qualitätsstandards für alle Studiengänge setzt. „Duale Studiengänge bringen unsere Personalentwicklung weiter - junge Akademiker mit Praxiserfahrung sind wichtige Bestandteile im Personalmosaik“, erklärt Ulrich Eichmann, Personalleiter des Dillenburger Unternehmens Isabellenhütte Heusler GmbH & Co. KG. Das duale Studium bietet neben einer praxisnäheren Ausbildung außerdem auch die Möglichkeit, Nachwuchskräfte früh an ein Unternehmen zu binden: „Junge Fachkräfte frühzeitig an die Region und unser Unternehmen zu binden, das gelingt uns mit dem dualen Studium hervorragend“, bestätigt beispielsweise Anika Schützenmeister, Personalreferentin, Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH in Kassel.

Um das Angebot weiter auszubauen, arbeiten immer mehr Hochschulen mit dem Mittelstand zusammen. Aktuell entwickeln beispielsweise die Hochschule Darmstadt und die Europäische Studienakademie Kälte-Klima-Lüftung einen gemeinsamen dualen Studiengang: Elektrotechnik mit Kälte-/Klimatechnik.

Quellen: Hessenmetall, Markt und Mittelstand