Montag, 07.11.2011
Personal
Euro-Krise

Eurokrise: Schlechte Vorbereitung

Trotz Euro- und Finanzkrise wächst die Realwirtschaft in Deutschland weiter. Rund 80 Prozent der Unternehmen bewerten die aktuelle Konjunkturlage hierzulande positiv. Kritisch sind die Unternehmen allerdings gegenüber dem Ausblick für den Euroraum.

Trotz Euro- und Finanzkrise wächst die Realwirtschaft in Deutschland weiter. Rund 80 Prozent der Unternehmen bewerten die aktuelle Konjunkturlage hierzulande positiv. Kritisch sind die Unternehmen allerdings gegenüber dem Ausblick für den Euroraum. Eine Studie der Wirtschaftsberatung Roland Berger ergab, dass fast alle Unternehmen im Winterhalbjahr mit deutlichen Einbußen bei Umsatz und Gewinn rechnen. Vier von fünf Unternehmen glauben, dass sie hierfür nicht ausreichend vorbereitet sind.

Trübe Aussichten

 

Der Studie zufolge erwarten Unternehmen trotz der stabilen wirtschaftlichen Lage eine deutliche Abkühlung in den beiden Winterquartalen. „Die Konjunkturaussichten haben sich merklich eingetrübt“, erklärt Ulrike Rondorf, Volkswirtin bei der Commerzbank auf Nachfrage. Für das Winterhalbjahr sagt sie nur noch ein leichtes Wachstum voraus. „Denn eine Rezession im Euroraum dürfte an Deutschland nicht spurlos vorüber gehen“, warnt die Volkswirtin. Der Schwung der Weltwirtschaft lässt nach und schwächt gerade die Wirtschaften in der Euroraum-Peripherie zusätzlich. Vor dem Hintergrund der Euro- und Schuldenkrise könne eine Rezession in Deutschland nicht ausgeschlossen werden. „Die Unsicherheit ist massiv gestiegen. Diese ist nicht nur für die Finanzmärkte, sondern auch für die Konjunktur Gift“, sagt Rondorf.

Zwar haben mittelständische Unternehmen aus der vergangenen Krise gelernt. Forschungsinstitute und Banken bestätigen gleichermaßen, dass gerade der Mittelstand Lehren aus der Vergangenheit gezogen hat. Die Eigenkapitalquote wurde erhöht, Liquidität wird vorgehalten, die Finanzierungsstrukturen sind stabiler und es wird mehr als noch vor drei Jahren auf den Ertrag geachtet.

Allerdings wendet der Studie zufolge nur jedes fünfte deutsche Unternehmen Szenariotechniken an und nur 14 Prozent der Firmen unterziehen ihre Unternehmensstrategie einem regelmäßigen Stresstest. „Die Mehrzahl der Unternehmen ist besorgt, dass die Volatilität in Zukunft weiter steigen wird. Denn das wirkt sich auf die Entwicklung der Absatzzahlen und der Ergebnisse der Unternehmen aus“, erklärt Andreas Bonnard von Roland Berger.

Bewerten Sie ihr Unternehmen selbst. Einen ausführlichen Stresstest finden Sie in der aktuellen Ausgabe von Markt und Mittelstand.

Quellen: Roland Berger, Markt und Mittelstand