Beitrag teilen

Link in die Zwischenablage kopieren

Link kopieren
Suchfunktion schließen
Strategie & Personal > Zukunftspanel Mittelstand 2026

Die größten Sorgen der Familienunternehmen

| Thorsten Giersch | Lesezeit: 4 Min.

Jahr für Jahr befragt das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn Führungskräfte aus dem Mittelstand, was derzeit ihre größten Herausforderungen sind. So wichtig Digitalisierung auch ist, ganz oben steht etwas anderes.

Zukunftspanel Mittelstand 2026 Foto: Picture Alliance
Der Mittelstand ringt auch 2026 weniger mit Technik als mit Menschen: Fachkräftemangel, steigende Kosten und Bürokratie prägen die Sorgen vieler Familienunternehmen. Foto: Picture Alliance

08.01.2026 Von Thorsten Giersch 

Die Arbeitslosigkeit steigt, junge Uni-Absolventen kommen bei weitem nicht mehr so leicht an Einstiegsjobs wie in den vergangenen Jahren. Trotz dieser Entwicklungen bleibt das Thema "Fachkräfte/demografische Entwicklung" in 2026 – wie schon in den vergangenen vier Jahren – für die Unternehmerinnen und Unternehmer die größte Herausforderung: Demnach fällt es vier von zehn Unternehmen schwer, trotz konjunktureller Schwäche qualifiziertes Personal zu finden. Zugleich gehen die Verantwortlichen in den Unternehmen davon aus, dass die steigenden Personalkosten künftig ein Thema sein werden, dass sie in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zusätzlich belastet.

Neben den Themen "Fachkräfte/demografische Entwicklung", "Erhöhter Wettbewerbsdruck", "Digitalisierung/KI" und "Bürokratie", die seit drei Jahren an der Spitze der Herausforderungen stehen, sorgen sich die Unternehmerinnen und Unternehmer insbesondere im Produzierenden Gewerbe um die Standortbedingungen in Deutschland.

Die Top-Handlungsfelder

Grundlegend für die Einschätzung, welche Themen in den kommenden zwei Jahren zur Herausforderung werden, ist daher nach Ansicht der Unternehmerinnen und Unternehmer, wie sich die Standortbedingungen in Deutschland entwickeln: Diejenigen, die von einer weiteren Verschlechterung ausgehen, sehen die Herausforderungen "Fachkräfte/demografische Entwicklung" und "Steigenden Wettbewerbsdruck" als besonders relevant an. Diejenigen, die eine Ver-besserung erwarten, sehen in der digitalen Transformation die größte Herausforderung.

"Alle Herausforderungen, die von den befragten Unternehmerinnen und Unternehmer genannt wurden, stehen in enger Verbindung zueinander. Wir haben daher erstmals in Ergänzung zur Befragung, Nachrichtendaten zu den am häufigsten genannten Handlungsfeldern mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz ausgewertet", berichtet IfM-Wissenschaftlerin Siegrun Brink.

Bürokratieabbau mit KI

Dabei zeigte sich, dass die digitale Transformation und der Einsatz digitaler Technologien inklusive künstlicher Intelligenz hilfreich sein können, um den Bürokratierückbau voranzutreiben und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken. Im Hinblick auf den Fachkräftemangel spielt zwar auch der Einsatz von digitalen Technologien eine wichtige Rolle – zugleich bremst aber der Mangel an entsprechend ausgebildeten Fachkräften die digitale Transformation. Insgesamt zeigt die Analyse, dass die Politik durch die Verbesserung der Standortbedingungen, zu denen nicht nur eine stabile und leistungsstarke digitale Infrastruktur, sondern auch eine leistungsfähige Verkehrs-, Energie- und Bildungsinfrastruktur gehören, maßgeblich die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen vorantreiben kann.

Bleiben Sie auf dem Laufenden, abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und erhalten Sie immer die neuesten Nachrichten und Analysen direkt in Ihren Posteingang.

Ähnliche Artikel