Donnerstag, 21.08.2014
Mittelständische Unternehmen haben meist keine Antwort auf den Fachkräftemangel.

Michael Blann/Photodisc/Thinkstock / Getty Images

Mittelständische Unternehmen haben meist keine Antwort auf den Fachkräftemangel.

Personal
Nur 56 Prozent der Unternehmen mit Gegenrezept

Fachkräftemangel: Viele Unternehmen planlos

Der Fachkräftemangel ist schon lange kein Einzelphänomen mehr, sondern in vielen Branchen und Unternehmen Alltag. Und dennoch hat ein Großteil der betroffenen Unternehmen keinen Plan, wie der Fachkräftemangel behoben werden kann.

Über 40 Prozent der deutschen Unternehmen tun sich derzeit schwer, passende Bewerber für offene Stellen zu finden. Immerhin 56 Prozent dieser Unternehmen verfolgen bereits Strategien, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Im Vergleich zum Vorjahr ist dies eine Steigerung von rund 10 Prozentpunkten. Dem gegenüber stehen aber noch immer die übrigen 44 Prozent an Unternehmen, die sich noch nicht zum Handeln gezwungen sehen. Laut den Ergebnissen der Studie „Fachkräftemangel 2014“ des Personaldienstleisters ManpowerGroup hat nur jeder dritte betroffene Arbeitgeber seine Personalpolitik den Entwicklungen des Fachkräftemangels angepasst. 

Wege aus dem Fachkräftemangel

Als Hindernis bei der Suche nach den geeigneten Bewerbern erweisen sich zunehmend fehlende Sozialkompetenzen. Doch es gibt für Unternehmen Möglichkeiten, dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken. 20 Prozent der betroffenen Arbeitgeber suchen mittlerweile außerhalb der eigenen Region nach potenziellen Kandidaten. Ebenfalls jedes fünfte betroffene Unternehmen kooperiert bei der Suche nach Bewerbern mit Bildungseinrichtungen. Fast ebenso viele reagieren, indem sie ihre vorhandenen Mitarbeiter gezielt weiterbilden.
Das Etablieren von flexiblen Jobmodellen, wie zum Beispiel Zeitarbeit, ist für 16 Prozent die Antwort auf den Fachkräftemangel. „Wir beobachten, dass die Arbeitgeber allmählich aufwachen“, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der MapowerGroup. Beleg dafür ist außerdem, dass immerhin 13 Prozent der relevanten Unternehmen inzwischen auch Kandidaten einstellen, die die erforderlichen Qualifikationen noch nicht haben, aber über das Potenzial verfügen, in den Job allmählich hineinzuwachsen. Ganz neue Wege beim Recruiting von Fachkräften gehen 11 Prozent der Befragten, in dem sie unter anderem auf die sozialen Medien und Karriere-Apps setzen.

Viele Unternehmen tatenlos

Trotz der vielen Möglichkeiten, den Fachkräftemangel zumindest abzumildern, werden die von zahlreichen Unternehmen noch nicht genutzt. „Zu viele verharren angesichts des Fachkräftemangels immer noch tatenlos. So werden sie irgendwann von der Konkurrenz abgehängt, die Talente aktiver sucht oder fördert“, warnt Brune. 31 Prozent der gefragten Unternehmen nennen als Grund dafür, dass sie keine geeigneten Fachkräfte finden, mangelnde Fachkenntnisse seitens der Bewerber. 18 Prozent der Betroffenen kritisieren, dass es den Jobanwärtern an Soft Skills fehle. Jeder zehnte Befragte gibt an, dass es den Kandidaten an Enthusiasmus und Berufserfahrung mangele.