Donnerstag, 02.12.2010
Personal

Familienfreundlichere Maßnahmen in deutschen Unternehmen

Für 86 Prozent der Unternehmen in Schweden und 93 Prozent der Betriebe in Großbritannien spielt das Thema Familienfreundlichkeit eine große Rolle. In Deutschland sind es nur knapp 80 Prozent der Betriebe. Auch in der Bedeutung von Familienfreundlichkeit für das Wohlergehen des Unternehmens hinkt Deutschland kräftig hinterher. Das teilte das Bundesfamilienministerium, die Robert Bosch Stiftung und das Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Europäischen Unternehmensmonitor Familienfreund

Für 86 Prozent der Unternehmen in Schweden und 93 Prozent der Betriebe in Großbritannien spielt das Thema Familienfreundlichkeit eine große Rolle. In Deutschland sind es nur knapp 80 Prozent der Betriebe. Auch in der Bedeutung von Familienfreundlichkeit für das Wohlergehen des Unternehmens hinkt Deutschland kräftig hinterher. Das teilte das Bundesfamilienministerium, die Robert Bosch Stiftung und das Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Europäischen Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit am Mittwoch mit. Doch deutsche Unternehmen ergreifen immer mehr familienfreundliche Maßnahmen.

Zwei Drittel der deutschen Unternehmen ergreifen Maßnahmen

„Wenn wir in Deutschland dem Arbeits- und Fachkräftemangel entgegenwirken wollen, ist eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf die Schlüsselstrategie im Wettbewerb um die besten Köpfe. Dass haben die Unternehmen begriffen: Das Hauptmotiv der deutschen Unternehmen zur Einführung familienfreundlicher Angebote ist, die eigene Attraktivität für Fachkräfte zu steigern“, betont Dr. Hermann Kues, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfamilienministeriums.

Zwei Drittel der deutschen Unternehmen wollen aus eigenem Antrieb familienfreundliche Maßnahmen einführen. Die Hauptmotive dabei sind die Erhöhung von Arbeitszufriedenheit und die Aussicht auf eine Steigerung der Attraktivität des Unternehmens für Arbeitskräfte, gefolgt von der Hoffnung auf Produktivitätszuwächse. Nachholbedarf haben deutsche Unternehmer besonders im Angebot von flexiblen Jahres- und Lebensarbeitszeiten, Sabbaticals, Telearbeit und Jobsharing.

In Deutschland weniger Frauen und Mütter beschäftigt

Die Beschäftigungsquote der schwedischen Frauen liegt mit 70,2 Prozent am höchsten. Danach folgt Deutschland mit einer Quote von 66,2 Prozent auf Platz zwei. Bei der Beschäftigung von Müttern mit Kindern unter 16 Jahren fällt Deutschland mit 68,1 Prozent auf den dritten Platz hinter Schweden und das familienfreundliche Frankreich.

Für deutsche Frauen ist es schwieriger aufzusteigen, da sie mehr in Teilzeit arbeiten und die Aufstiegschancen erschwert sind. Die Teilzeitquote von Frauen liegt hier im Vergleich zu den anderen Ländern mit 44,8 Prozent am höchsten. Bei den Ländern, die bessere Frauenquoten aufzuweisen haben, ist auffällig, dass sie Deutschland (13,6 Prozent) in der Zahl der betreuten Kinder – besonders unter drei Jahren – mächtig überholt haben. In Schweden werden beispielsweise 45,3 Prozent der Kinder unter drei Jahren betreut, in Frankreich 42,9 Prozent.

Für den Monitor wurden mehr als 5.000 Führungskräfte in Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Schweden und dem Vereinigten Königreich befragt. 1.300 Unternehmen stammten aus Deutschland.

Quellen: IW, Markt und Mittelstand

 

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