Dienstag, 11.06.2013
Alle an einem Tisch: Schnelle Entscheidungswege sind ein Vorteil von Familienunternehmen.

Thinkstock / Getty Images

Alle an einem Tisch: Schnelle Entscheidungswege sind ein Vorteil von Familienunternehmen.

Personal
Wachstum

Familienunternehmen: Wachstum 2012 unterschiedlich

Das Geschäftsjahr 2012 war für die 50 größten Familienunternehmen ein gutes Jahr, auch wenn einzelne Unternehmen mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatten.

941 Milliarden Euro Umsatz erwirtschafteten die 50 größten, deutschen Familienunternehmen im Jahr 2012, wie das Stuttgarter Institut für Familienunternehmen (IFF) berichtet. Damit lag der Umsatz der Familienunternehmen um 7,9 Prozent höher als im Vorjahr. Die Zahl der Mitarbeiter stieg in Familienunternehmen im Jahr 2012 um 140.000 auf 3,63 Millionen. Dies entspricht einem Wachstum von knapp 4 Prozent.

„Insgesamt konnten Deutschlands umsatzstärksten Familienunternehmen ihren
Wachstumskurs der vergangenen Jahre fortsetzen“, sagte sProfessor Mark K. Binz, Vorsitzender des Kuratoriums des IFF.“ Dies sei, vor dem Hintergrund der strukturellen Probleme des europäischen Marktes keine Selbstverständlichkeit, sondern das Resultat guter Unternehmensführung.“ Familienunternehmen verbinden die Vorteile eigentümergesteuerter Unternehmen wie langfristiges Denken in Generationen, kurze Entscheidungswege und persönliches Engagement mit den Vorteilen kapitalmarktorientierter Unternehmen.

Zweistellige Wachstumsraten nur bei wenigen Familienunternehmen

Die Familienunternehmen entwickelten sich jedoch recht unterschiedlich. Zu den Wachstums-Champions zählen VW (21 Prozent mehr Umsatz) und die Globus-Holding (30 Prozent), Deichmann (26 Prozent), Fresenius (18 Prozent), Rethmann (17 Prozent) und Knauf Gips (17 Prozent). Insgesamt erzielten 15 der 50 Familienunternehmen eine zweistellige Wachstumsrate. 28 Unternehmen konnten ihren Umsatz um 1 bis 9 Prozent steigern. „Die Zeit zweistelliger Wachstumsraten auf breiter Front scheint erst einmal vorbei“, sagte Binz.

Umsatzeinbußen erlitten Scholz (-12 Prozent), Schmolz + Bickenbach (-9 Prozent), Wacker Chemie (-6 Prozent), Haniel (-1 Prozent) und Phoenix Pharmahandel (-0,4 Prozent). Hinzu kommt mit der Heraeus Holding eines der in der Vergangenheit am schnellsten wachsenden Familienunternehmen Deutschlands. Heraeus bekam 2012 die Zyklik der für das Unternehmen wichtigen Edelmetallmärkte zu spüren, was zu einem Umsatzminus von 23 Prozent beitrug.

Die an der Börse notierten Familienunternehmen entwickelten sich im Jahr 2012 besonders gut. Der Umsatz dieser insgesamt 13 Unternehmen wuchs um 12,7 Prozent auf 458 Milliarden Euro.