Mittwoch, 11.01.2017
Integration durch Arbeit: Viele Mittelständler haben Flüchtlinge eingestellt. Mit besserer Sprachförderung wären es vielleicht noch mehr.

Foto: IT Stock Free/Thinkstock/Getty Images

Integration durch Arbeit: Viele Mittelständler haben Flüchtlinge eingestellt. Mit besserer Sprachförderung wären es vielleicht noch mehr.

Personal
Umfrage unter Mittelständlern

Flüchtlinge sind nicht die Lösung für Fachkräftemangel

Etliche Mittelständler haben Flüchtlinge eingestellt. Doch sie glauben nicht, dass sie so den Mangel an Fachkräften ausgleichen können. Denn häufig fehlt es an Sprachkenntnissen.

Der Zuzug von Flüchtlingen wird den Fachkräftemangel nicht beheben. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von „Markt und Mittelstand“ unter mittelständischen Unternehmen. Zwei Drittel der Befragten halten es demnach für „sehr“ oder „eher unwahrscheinlich“, dass die Flüchtlinge bei der Überwindung des Fachkräftemangels helfen können. Der Fachkräftemangel gilt Studien zufolge als eine der größten Herausforderungen des Mittelstandes, die Intergration der Flüchtlinge als eine der größten Herausforderungen für die Gesellschaft.

Insgesamt hat knapp die Hälfte der befragten Unternehmen schon mindestens einen geflüchteten Menschen eingestellt, wenn auch meist lediglich für Hilfstätigkeiten. Trotzdem ist die Zahl der eingestellten Flüchtlinge im Mittelstand deutlich höher als bei den Dax-Konzernen. Diese hatten, wie die F.A.Z. herausfand, bis zum Sommer 2016 gerade einmal 54 Flüchtlinge engagiert.

Sprachkenntnisse als größtes Manko

Dass es im Mittelstand nicht noch mehr Flüchtlinge sind, scheint weniger an bürokratischen und rechtlichen Hürden zu liegen. Die gibt es zwar auch, doch fehlende Sprachkenntnisse wurden in der Umfrage deutlich häufiger als genannt. Neun von zehn Befragten sehen darin besondere Schwierigkeiten.


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Auch bei der offen gestellten Frage, was sich ändern müsse, gehörte eine bessere Sprachförderung zu den häufig genannten Antworten. „Ohne Deutschkenntnisse wird es schwierig“, hatte im Dezember 2016 schon Brigitte Scheuerle von der IHK Frankfurt im MuM-Interview gesagt.

Info

Die Umfrage unter 50 Führungskräften mittelständischer Unternehmen (davon über 80 Prozent Eigentümer oder Geschäftsführer) wurde von „Markt und Mittelstand“ im Rahmen des Themenschwerpunktes „Flüchtlinge und der Arbeitsmarkt“ durchgeführt. Eine Übersicht über unsere Berichterstattung zu dem Thema finden Sie hier.