Donnerstag, 05.06.2014
Bei der Suche nach Führungskräfte wird vor allem auf deren Kompetenzen geachtet.

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Bei der Suche nach Führungskräfte wird vor allem auf deren Kompetenzen geachtet.

Personal
Neue Strategien für Rekrutierung von Nachwuchskräften

Führungskräfte-Rekrutierung setzt auf Fachkompetenz

Regelmäßig werden bei Personalentscheidungen soziale Kompetenzen der Kandidaten vernachlässigt – und die Zusammenarbeit im Unternehmen misslingt. Für Personaler nicht die einzige Herausforderung. Auch im Bereich der Nachwuchskräfte bedarf es neuer Rekrutierungsstrategien.

Wenn eine Führungskraft im Unternehmen scheitert, liegt das in den meisten Fällen an fehlenden Führungsqualitäten und der Tatsache, dass ihre Persönlichkeit nicht in die Unternehmenskultur passt. Und dabei führen die Verantwortlichen doch oft an, dass soziale Kompetenzen im Recruiting-Prozess eine wichtige Rolle spielen. Dass tatsächlich andere Entscheidungskriterien wichtiger sind, zeigt eine Studie der Personalberatung InterSearch Executive Consultants: Das Hauptaugenmerk liegt auf der Berufserfahrung, fachlichen Qualifikationen und der internationalen Erfahrung der Kandidaten.

 

Erst danach folgen „Erfahrungen mit einer ähnlichen Unternehmenskultur“ und „gute Anpassungsfähigkeit“ sowie „soziale Kompetenzen“, so die Befragung „Jobwechsel im Topmanagement“ von 150 Vorständen, Geschäftsführern und Bereichsleitern. Karl-Josef Mondorf, geschäftsführender Gesellschafter von InterSearch Executive Consultants, stellt fest: „Viele Unternehmen legen im Rekrutierungsprozess noch immer zu viel Wert auf die Fachkompetenzen und die beruflichen Stationen im Lebenslauf.“
Die Befragten schätzen das ähnlich ein: Ein Drittel gibt zu, dass ihre Sozialkompetenzen nicht dem realen Anforderungsprofil ihrer Tätigkeit entsprechen. Ein Drittel passt von der Persönlichkeit her nichts ins Unternehmen. Das ist fatal, denn: „Nur wenn das Persönlichkeitsprofil des Kandidaten und die Unternehmenskultur zusammenpassen, könne sich die harten Kriterien wie Fachliche Qualifikation und Berufserfahrung langfristig positiv entfalten“, urteilt Mondorf.

Führungskräfte

Handlungsbedarf beim Recruiting ist aber nicht nur bei Führungskräften vonnöten. Neue Strategien sind auch bei Nachwuchskräften mit Studienabschluss und ersten Berufserfahrungen gefragt. Denn hier beklagen die Unternehmen Nachwuchsmangel. Nach einer Studie von Bitkom Resaerch GmbH im Auftrag von Business-Netzwerk Linkedin beobachten über die Hälfte der 281 befragten Unternehmen einen Mangel an Young Professionals. Bei Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern sind es fast zwei Drittel.

Die Personalverantwortlichen reagieren darauf mit einer Neuausrichtung ihrer Recruiting-Strategie: Drei Elemente sind dabei besonders wichtig:
Auch im Ausland wird inzwischen nach Nachwuchskräften gesucht. Immerhin sechs Prozent (bei großen Unternehmen 14 Prozent) beschäftigen bereits ausländische Young Professionals. Weitere 12 Prozent planen, Ausländer einzustellen. Und das trotz bürokratischer Hürden und einem hohen Zeitaufwand, der immerhin jedes fünfte Unternehmen davon abhält.  Zweitens gewinnt die Online-Rekrutierung an Bedeutung. 69 Prozent der Befragten hat diesen Kanal bereits ausgebaut, 79 Prozent setzen soziale Netzwerke und Business-Netzwerke bereits ein. Und drittens schließlich setzen immer mehr Unternehmen auf Employer Branding, also den Aufbau einer Arbeitgebermarke mit digitalen Mitteln und sozialen Netzwerken. Für 47 Prozent der großen Unternehmen ist das bereits jetzt Baustein der Recruiting-Strategie. Immerhin 25 Prozent der kleineren investieren in diesem Bereich.