Donnerstag, 16.05.2013
Vor allem im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres lief das Geschäft der rund 5700 Personalberater in Deutschland eher schleppend.

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Vor allem im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres lief das Geschäft der rund 5700 Personalberater in Deutschland eher schleppend.

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Führungskräfte wechseln seltener

Das Geschäft der Personalberater in Deutschland läuft schleppend. Der Grund: Führungskräfte wechseln seltener, und es wird immer schwieriger und langwieriger passende Bewerber zu fnden.

Das Geschäft der Personalberater in Deutschland ist schwieriger geworden, weil immer mehr Fach- und Führungskräfte mit einem Arbeitsplatzwechsel zögern. dadurch ist der Branchenumsatz der Personalberater mit 3,6 Prozent Zuwachs auf 1,55 Milliarden Euro nicht einmal halb so groß wie erwartet ausgefallen.  In den Jahren zuvor war die Branche im zweistelligen Prozentbereich gewachsen, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Führungskräfte zögern bei Jobwechsel

„Die Zeiten, in denen die Aussicht auf mehr Geld und einen Karrieresprung gereicht haben, damit jemand samt Familie umgezogen ist, sind vorbei“, sagt Michael Heidelberger vom Bundesverband der Unternehmensberater (BDU) am Mittwoch auf dem Personalberatertag in Bonn. Immer häufiger würden Fach- und Führungskräfte bereits unterschriftsreife Verträge bei neuen Arbeitgebern aus Rücksicht auf ihren ebenfalls Vollzeit arbeitenden Partner ablehnen.
Ein weiterer  Grund für diese Entwicklung, seien die länger gewordenen Entscheidungswege in den Unternehmen für die Besetzung offener Positionen für Fach- und Führungskräfte. Während die Kandidaten früher durchschnittlich drei bis vier Gespräche mit Verantwortlichen führen mussten,  seien es heute meist doppelt so viele.

Info

Immer mehr Unternehmen in Deutschland haben Probleme, ihre offenen Stellen zu besetzen, das bestätigt auch die aktuelle „Engpassanalyse 2013“ des IW Köln. Demnach bestehen in 111 Berufen derzeit Fachkräfte-Engpässe. Die Gegenüberstellung von Arbeitslosen und gemeldeten offenen Stellen für Dezember 2012 zeigt, dass Fachkräfte aller Qualifikationen gesucht werden. Besonders betroffen sind aber Berufe, die eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzen. Hier gibt es in 58 Berufsgattungen Engpässe; das entspricht 20 Prozent aller Berufe mit diesem Qualifikationsniveau. Unter den zehn Berufen mit den größten Engpässen befinden sich allein acht Ausbildungsberufe und ein Fortbildungsberuf. Dazu zählen Kältetechniker, Altenpfleger, Mechatroniker und Elektriker. Unter den einzelnen Berufsfeldern sind die Bereiche Energie und Elektro sowie Maschinen- und Fahrzeugtechnik am stärksten von Engpässen betroffen: Rund die Hälfte aller Berufe leidet hier unter dem Fachkräftemangel.

Wenige Aufträge aus Autoindustrie für Personalberater

Vor allem im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres lief das Geschäft der rund 5700 Personalberater in Deutschland eher schleppend. Besonders die angeschlagene Autoindustrie hielt sich mit Entscheidungen und Aufträgen zurück.
Die Personalberater in Deutschland besetzten 2012 etwa 51.000 Stellen. Meist handelt  es sich dabei um Positionen im technischen Bereich oder im Marketing. Was die Frauenquote in Führungspositionen angeht so stellten die Personalberater 27 Prozent vor. Unter den vermittelten Kadidaten betrug der Frauenanteil 22 Prozent.

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