Mittwoch, 25.07.2018
Heiß gelaufen: Wenn selbst der Ventilator kaum noch Abhilfe schafft, sinkt die durchschnittliche Arbeitsleistung der Mitarbeiter. Das zeigen Studien.

Foto: Wavebreakmedia Ltd/Thinkstock/Getty Images

Heiß gelaufen: Wenn selbst der Ventilator kaum noch Abhilfe schafft, sinkt die durchschnittliche Arbeitsleistung der Mitarbeiter. Das zeigen Studien.

Personal
Hitze am Arbeitsplatz

Im zu heißen Büro lässt sich nicht gut arbeiten

Wissenschaftliche Studien zeigen: Steigt die Temperatur am Arbeitsplatz über 24 Grad Celsius, sorgt das für schlechte Leistung der Arbeitnehmer. Unternehmer sollten deshalb Abhilfe schaffen – gerade in der derzeitigen Hitzewelle.

In manchen Teilen Deutschlands hat es seit Wochen kaum geregnet, die Temperaturen erreichen fast jeden Tag 30 Grad. Was die Kinder – gerade während der Sommerferien – freut, sorgt andernorts für Stress. Der „Hitzestress“ kann die Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern in Werkshallen und im Büro verringern.

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Gleich mehrere Gruppen von Wissenschaftlern haben in den vergangenen Jahren untersucht, inwieweit Hitze die Leistungsfähigkeit des Gehirns beeinträchtigt. Eine Studie einer finnisch-amerikanischen Forschungsgruppe von 2006 zum Beispiel zeigte, dass Büromitarbeiter bei 21 bis 22 Grad Celsius am leistungsfähigsten sind. Spätestens ab 24 Grad Celsius nimmt die Leistung ab – bei 30 Grad um immerhin knapp 9 Prozent. Eine weitere, gerade im Fachmagazin „PLOS Medicine“ veröffentlichte Studie mit amerikanischen Studenten zeigt zudem, dass auch gesunde und junge Menschen unter einer Hitzewelle leiden.

Gefährdungen und Einschränkungen mindern

Auch die deutsche Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin weist darauf hin, dass Arbeitgeber mögliche Gefährdungen und Einschränkungen ihrer Mitarbeiter mindern sollten – spätestens wenn die Temperatur in Innenräumen witterungsbedingt über 26 Grad Celsius steigt. In einem Faltblatt „Sommerhitze im Büro“ gibt die Bundesanstalt Tipps, was Betriebe und Beschäftigte unternehmen können und gegebenenfalls müssen (einige Tipps hatten wir im vergangenen Jahr schon gesammelt).

Einer der Ratschläge betrifft eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Unternehmen können, soweit möglich, ihre Mitarbeiter anregen, in den kühleren Morgen- oder Abendstunden zu arbeiten. Solange der Wirtschaftsbetrieb darunter nicht leidet, kann das Unternehmen außerdem seine Mitarbeiter dazu anregen, Überstunden abzubauen. Wenn das Unternehmen seinen Mitarbeitern „hitzefrei“ geben will, ist es – unter anderem aus versicherungsrechtlichen Gründen – allerdings an enge Regeln gebunden. Und ein Anrecht darauf haben die Mitarbeiter ohnehin nicht. Das bestätigte auch Alexander Willemsen, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Partner bei Oppenhoff & Partner, in einem „Markt und Mittelstand“-Interview.