Freitag, 01.02.2013
Gefunden und gleich wieder weg. Immer mehr Auszubildende brechen ihre Ausbildung vorzeitig ab.

IHK Nord Westfalen

Gefunden und gleich wieder weg. Immer mehr Auszubildende brechen ihre Ausbildung vorzeitig ab.

Personal
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Immer mehr Ausbildungsabbrüche

Die Lage am Arbeitsmarkt ist gut und qualifizierte Auszubildende sind gefragt. Trotzdem verzeichnete das Institut der deutschen Wirtschaft im vergangenen Jahr eine steigende Zahl an Ausbildungsabbrüchen.

Die Anzahl der Ausbildungsabbrüche ist von 2010 auf 2011 um 1,4 Prozent gestiegen. Insgesamt wurden im Jahr 2011 knapp 149.800 Ausbildungsverträge vorzeitig beendet. Dies gab das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) heute bekannt. Gut ein Drittel der Auszubildenden brach die Ausbildung noch während der Probezeit ab. Die Experten des IW gehen davon aus, dass in vielen dieser Fälle die  die Erwartungen an den Ausbildungsberuf nicht erfüllt wurden.

Ein wichtiger Grund für die gestiegene Zahl der Ausbildungsabbrüche dürfte das gute Angebot am Ausbildungsmarkt sein. Ende September 2012 gab es rund 33.200 unbesetzte Ausbildungsstellen, aber nur 15.700 unversorgte Bewerber. Abbrecher haben somit gute Chancen schnell wieder einen neuen Platz zu finden.

Defizite bei den Auszubildenden

Das gute Angebot ist allerdings nur eine Ursache, auch Defizite bei den Auszubildenden führen immer wieder zum Abbruch der Ausbildung. Viele Jugendliche, die vor einigen Jahren noch kaum Chancen bei der Bewerbung gehabt hätten, erhalten heute direkt einen Ausbildungsplatz. Aus diesem Grund ist beispielsweise auch die Zahl der Altbewerber zwischen 2009/2010 und 2010/2011 um rund acht Prozent gefallen. Eventuelle Defizite dieser Jugendlichen versuchen die Unternehmen mit Stützunterricht auszugleichen – rund 14 Prozent taten dies im Jahr 2011 beispielsweise bei sozial benachteiligten Jugendlichen.

Doch trotz dieser kostenintensiven Maßnahmen führen Probleme in der Ausbildung noch immer oft zum Abbruch. Ausbildungsbegleitende Hilfen der Bundesagentur für Arbeit könnten laut IW eine sinnvolle Gegenmaßnahme sein. Rund 68 Prozent der ausbildenden Unternehmen halten dies für sehr oder zumindest teilweise sinnvoll. Bisher wurden diese Maßnahmen oft nur dann eingesetzt, wenn der Abschluss der Ausbildung konkret gefährdet war.