Montag, 04.03.2013
Fachkräfte sind in der IT-Branche schwer gefragt.

SAP

Fachkräfte sind in der IT-Branche schwer gefragt.

Personal
Fachkräftemangel

IT-Branche sucht Fachkräfte

Die IT-Branche boomt und die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften ist ungebrochen. Da ist es umso problematischer, dass es nach wie vor zu wenig qualifizierte Informatiker gibt.

Die deutsche IT-Branche boomt und die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Informatiker erreichte im Jahr 2011 einen Rekordstand von 191.000 Beschäftigten. Gleichzeitig macht sich der Fachkräftemangel in der Branche immer deutlicher bemerkbar. Im Dezember 2012 gab es demnach fast 20.500 offene Stellen für Informatiker, was im Durchschnitt 3,7 offenen Stellen je arbeitslosem Informatiker entsprach. Dieses Ergebnis geht aus den aktuellen Arbeitsmarktzahlen und einer Expertenbefragung des VDI Verein Deutscher Ingenieure hervor.

„Aufgrund des doppelten Abiturjahrgangs und des Wegfalls der Wehrpflicht ist die Zahl der Studienanfänger im Fach Informatik erfreulicherweise auf 50.500 in 2011 gestiegen. Auch die Erstabschlüsse haben sich seit 2001 beständig erhöht auf über 15.700 in 2011. Die deutlich gestiegene Zahl der Erstabschlüsse hat aber nicht, wie einige befürchtet haben, zu einer Überschwemmung im IT-Arbeitsmarkt geführt", sagt Dr. Ina Kayser, Arbeitsmarktexpertin im VDI. „Das Gegenteil ist der Fall: Die Absolventen wurden regelrecht vom Markt aufgesogen."

Auch für die Zukunft rechnet der VDI mit ähnlichen Werten. Nur 25 Prozent der Befragten der jährlichen CeBIT-Umfrage des VDI meinen, dass die Verfügbarkeit von IT-Spezialisten aktuell gut oder gar sehr gut ist. Rund 22 Prozent sprechen sogar explizit von einer schlechten Verfügbarkeit – hauptsächlich aufgrund fehlender Bewerber. Knapp 70 Prozent rechnen außerdem damit, dass der Bedarf bis 2015 weiter steigen wird. Vor allem in der Software-Entwicklung, aber auch in der IT-Sicherheit und dem IT-Projektmanagement sind Fachkräfte enorm gesucht.

Mittel gegen den Fachkräftemangel

Je nach Größe gehen Unternehmen unterschiedlich mit der schlechten Bewerberlage um. Großunternehmen setzen zu 53 Prozent auf Outsourcing von Dienstleistungen und über 40 Prozent der Befragten gaben sogar an, deswegen die Verlagerung von Bereichen ins Ausland zu forcieren. „Das muss zu denken geben", so Dieter Westerkamp, stellvertretender Leiter Technik und Wissenschaft im VDI.

Anders sieht es bei kleinen und mittleren Unternehmen aus, von denen 46 Prozent der Befragten vermehrt auf die Weiterbildung vorhandenen Personals setzen. Outsourcing und Verlagerungen ins Ausland sind für sie hingegen eher kein Thema. Generell setzen KMUs vermehrt auch auf attraktive bzw. flexible Arbeits- und Beschäftigungsmodelle.

Gute Karrierechancen

Der Fachkräftemangel, die gute Auftragslage und die positiven Wachtumsprognosen für die IT-Branche haben dazu geführt, dass Informatiker derzeit besonders gute Karrierechancen haben. „Laut der jährlichen CeBIT-Umfrage des VDI, an der sich in diesem Jahr 550 IT-Experten beteiligten, schätzen aktuell rund 70 Prozent der Befragten die internationale Wettbewerbsfähigkeit des IT-Standorts Deutschland als gut oder sehr gut ein. 20 Prozent der Experten meinen, dass sie sich bis 2015 sogar noch verbessern wird. Die IT-Branche wird somit 2013 im Vergleich zur deutschen Wirtschaft überdurchschnittlich wachsen“, sagt Westerkamp.