Dienstag, 06.05.2014
Mitarbeiter-Fluktuation erzeugt für Unternehmen Kosten und Aufwand.

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Mitarbeiter-Fluktuation erzeugt für Unternehmen Kosten und Aufwand.

Personal
Wie können Arbeitgeber Mitarbeiter halten?

Jobwechsel trotz gestiegener Jobzufriedenheit

Eigentlich eine gute Nachricht für deutsche Arbeitgeber: 55 Prozent der Berufstätigen sind zufrieden mit ihrem Job. Das sind zwar nicht ganz so viele wie 2012, aber immerhin drei Prozentpunkte mehr als im vergangenen Jahr. Doch reicht das im Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte?

Ein schönes Ergebnis nach dem deutlichen Rückgang der Jobzufriedenheit im Jahr 2013. Die Arbeitgeber bereiten sich offensichtlich auf den wachsenden Wettbewerb um geeignetes Personal vor und haben die Rahmenbedingungen verbessert. So sehen es zumindest die Arbeitnehmer. 45 Prozent von ihnen geben an, dass die vereinbarten Arbeitszeiten eingehalten werden ( 40 Prozent im Vorjahr), fair entlohnt fühlen sich 45 Prozent  ( 42 Prozent 2013), 39 bzw. 37 Prozent  der Arbeitnehmer schätzen flexible Arbeitszeitmodelle (35 Prozent 2013) und regelmäßige Weiterbildungen (31 Prozent 2013).

Bessere Rahmenbedingungen

Auch Herwarth Brune, Geschäftsführer der ManpowerGroup Deutschland, die die Studie in Auftrag gegeben hat, findet, dass die Arbeitgeber auf die Alarmsignale des letzten Jahres reagiert haben: „Bei den Arbeitgebern findet ein Umdenken statt. Sie müssen um ihre Fachkräfte kämpfen. Deshalb erhalten Themen wie Work-Life-Balance und angemessener Lohn mehr Gewicht.“

Und doch wird Vorsicht angemahnt. Denn das ist nur die eine Lesart der Studienergebnisse zur Jobzufriedenheit. Über die Hälfte der Arbeitnehmer arbeitet nämlich mehr als vereinbart oder fühlt sich nicht angemessen entlohnt. Mit der Familienfreundlichkeit ihres Arbeitgebers etwa sind 27 Prozent zufrieden, zwei Drittel  der Befragten sind es also nicht. Handlungsbedarf für Arbeitgeber in einem Umfeld, in dem der Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter zunimmt.

Jobwechsel geplant

Dass die Jobzufriedenheit zwar wieder gestiegen, aber noch nicht so hoch ist, wie sich Arbeitgeber das angesichts eines Fachkräftemangels  wünschen sollten, manifestiert sich ein einer weiteren Zahl: Denn die Studie hat auch ergeben, dass – trotz höherer Jobzufriedenheit – 42 Prozent der Befragten einen Jobwechsel innerhalb des nächsten Jahres anstreben. Und der wichtigste Grund für einen Wechsel: 22 Prozent suchen eine bessere Bezahlung.

Um als Arbeitgeber interessant zu sein, ohne die Attraktivität nur über den Gehaltszettel zu erreichen, bedarf es also eines Bündels von Maßnahmen. „Die Chefs müssen deshalb mehr in eine dauerhafte Personalbindung investieren, ihren Mitarbeiter Perspektiven aufzeigen und klarstellen, dass niemand einfach austauschbar ist“, fasst Brune die Hausaufgaben der Arbeitgeber zusammen.