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Keine Angst vor KI – aber auch keinen Plan: Deutschlands riskante Gelassenheit

| Britta Kuschnigg | Lesezeit: 2 Min.

Die Mehrheit fürchtet keine Jobverluste durch KI. Doch viele investieren nicht in Weiterbildung – ein riskantes Spiel mit der Zukunft.

Die Angst ist groß, die Schlagzeilen sind dramatisch, die Podiumsdiskussionen gut besucht: Künstliche Intelligenz vernichtet Arbeitsplätze. Wirklich? 63 Prozent sagen: nein. Keine Jobsstreichungen wegen KI. Zumindest keine, mit denen man rechnet. Die digitale Revolution scheint also bislang eher als Werkzeugkasten wahrgenommen zu werden – nicht als Abrissbirne.

Das ist bemerkenswert. Während Algorithmen Texte schreiben, Bilder generieren und Geschäftsmodelle umkrempeln, bleibt die Mehrheit erstaunlich gelassen. Vielleicht, weil viele Unternehmen KI eher als Effizienz-Booster sehen. Vielleicht aber auch, weil man Veränderungen gern für ein Problem von „morgen“ hält.

Interessante Mischung aus Zuversicht und Zurückhaltung.

Und damit sind wir beim zweiten Schaubild – das mindestens ebenso aufschlussreich ist: 27 Prozent der Unternehmen bilden in Sachen Künstliche Intelligenz nicht weiter. Gar nicht.

Das heißt im Umkehrschluss: Man rechnet nicht mit Stellenabbau durch KI – investiert aber auch nicht flächendeckend in neue Kompetenzen. Eine interessante Mischung aus Zuversicht und Zurückhaltung. Oder anders gesagt: Man fürchtet den Sturm nicht, kauft aber sicherheitshalber auch keinen Regenschirm.

Natürlich gibt es sie, die Vorreiter, die KI-Strategien entwickeln, Mitarbeitende schulen und neue Rollenprofile schaffen. Doch ein gutes Viertel bleibt passiv. Das mag kurzfristig bequem sein. Langfristig jedoch könnte genau das zum Problem werden – nicht wegen der KI selbst, sondern wegen fehlender Vorbereitung.

Die eigentliche Frage lautet also vielleicht nicht, ob KI Jobs streicht. Sondern wer künftig die Jobs hat, wenn KI zum Standard wird.

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