Dienstag, 24.06.2014
Zu früh gejubelt? – Wer zu WM-Zeiten eine Krankheit vortäuscht, muss mit Konsequenzen rechnen.

iStock / Thinkstock / Getty Images/thinkstock/NiseriN

Zu früh gejubelt? – Wer zu WM-Zeiten eine Krankheit vortäuscht, muss mit Konsequenzen rechnen.

Personal
Detekteien spüren Blaumacher auf

Krankmeldung zur Fußball-WM

Public Viewing oder ein Abend vor dem Fernseher – die Fußball-WM bestimmt das Abendprogramm der Arbeitnehmer. Da kann es schon vorkommen, dass der ein oder andere plötzlich am nächsten Morgen krank wird.

Unterm Strich sind die deutschen Arbeitnehmer pflicht- und verantwortungsbewusst. Die allermeisten von ihnen erscheinen selbstverständlich zur Arbeit, auch wenn sie mal keine Lust haben, ein voller Schreibtisch abschreckt oder eben der Vorabend vom Fußball bestimmt war. Auch eine Fußball-WM, und der Hype, der darum veranstaltet wird, lässt ihren guten Ruf als zuverlässige Angestellte nicht ins Wanken geraten.

Das Online-Karriereportal Monster hat in einer Umfrage festgestellt, dass sich fast drei Viertel der Arbeitnehmer korrekt verhalten und sich noch nie wegen „Lustlosigkeit“ krankgemeldet haben. Und doch gibt es auch andere: 13 Prozent geben zu, bereits ein- bis zweimal eine Krankheit vorgetäuscht zu haben. Und immerhin 9 Prozent sind auf diese Weise schon mindestens siebenmal der Arbeit fern geblieben. Die Umfrage ist zwar nicht repräsentativ und doch liefert sie Anhaltspunkte dafür, dass es durchaus auch schwarze Schafe unter Deutschlands Angestellten gibt.

Mehr Krankmeldungen während Fußball-WM

Arbeitgeber beobachten, dass zu WM-Zeiten nicht nur Urlaubsanträge sondern eben auch die Krankmeldungen zunehmen und vermuten, dass es dabei nicht immer mit rechten Dingen zugeht. Insbesondere kleinere Unternehmen können durch die Fehlzeiten schon mal in die Bredouille geraten. Der Wunsch, den Verdächtigen auf die Schliche zu kommen, ist nachvollziehbar. Doch dass ein Arbeitnehmer für den Fall einer Ablehnung seines Urlaubsantrags, bereits mit einer Krankmeldung gedroht hat, kommt selten vor. Auch ist nicht allzu wahrscheinlich, dass man seinen Angestellten am Vorabend in der Lieblingskneipe vor der Fußball-Übertragung getroffen hat.

Die Beweislast liegt beim Arbeitgeber, der zur Sicherung gerichtsfester Beweise immer öfter eine Detektei einschaltet. Denn ein Kavaliersdelikt ist Blaumachen mitnichten. Jochen Meismann, Geschäftsführer der Detektei A Plus, warnt: „Lohnfortzahlungsbetrug ist Betrug am Arbeitgeber, wie auch an den eigenen Kollegen. Er schädigt das Unternehmen und ist ein vollwertiger Grund für eine fristlose Kündigung.“ Professionelles Vorgehen ist also unumgänglich. Und nimmt die Nachfrage nach Meismanns Dienstleistung zu: Die Zahl der krankgeschriebenen Mitarbeiter, die von seiner Detektei überwacht werden, ist seit WM-Beginn um ein Viertel gestiegen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es noch mehr werden, je weiter sich das deutsche Team in Richtung Finale spielt, ist groß.