Dienstag, 14.03.2017
Lachen ist gesund. Und ein Chef, mit dem man lachen kann, ist gut für das Team.

Foto: Purestock/Thinkstock/Getty Images

Lachen ist gesund. Und ein Chef, mit dem man lachen kann, ist gut für das Team.

Personal
Humor am Arbeitsplatz

Sind witzige Chefs die besseren Chefs?

Studien zeigen, dass humorvolle Führungskräfte ein besseres Verhältnis zu ihren Mitarbeitern haben – und dass das gut für das Unternehmen ist. Doch nicht jeder Scherz ist ein guter Scherz.

Millionen Arbeitnehmer dekorieren ihren Arbeitsplatz, Arbeitgeber bieten kostenlosen Kaffee und gemütliche Sitzecken an oder beschäftigen gleich einen Feel-Good-Manager. Denn wer einen Großteil des Tages auf der Arbeit verbringt, möchte sich dort auch möglichst wohlfühlen. Ein entscheidender Faktor ist dabei allerdings die Beziehung der Mitarbeiter untereinander – und die zu dem oder der Vorgesetzten. Ist die Beziehung gut, führt das laut Alexander Pundt zu einer höheren Motivation, zu einer größeren Identifikation mit dem Arbeitnehmer und zu einer besseren Leistung. Humor, sagt Pundt, könne dabei ein wichtiges Hilfsmittel für Leadership von Führungskräften sein.

An der Universität Mannheim erforscht der Arbeits- und Organisationspsychologe seit einigen Jahren, inwieweit Humor Chefs bei der Personalführung hilft. Dazu legt er seinen Probanden zum Beispiel Fragebögen vor, in denen sie angeben können, ob ihre Vorgesetzten Humor benutzen oder nicht. Die zentrale Erkenntnis: Humor verbessert in vielen Fällen die Beziehung zum Mitarbeiter. „Schließlich macht Humor die Führungskraft menschlicher“, sagt Pundt.

Humor ist nicht alles

Alexander Pundt, Arbeits- und Organisationspsychologe an der Uni Mannheim

Foto Pundt

Alexander Pundt, Arbeits- und Organisationspsychologe an der Uni Mannheim

Allerdings sei nicht jede Art von Humor für das Büro geeignet. „Wenn sich der Chef über einen Mitarbeiter lustig macht, führt das wenig überraschend zu schlechter Stimmung“, erklärt Pundt, „selbst wenn es ansonsten eher selten zu Solidarität unter den Mitarbeitern kommt.“ Grundsätzlich sei „aggressiver Humor“ deshalb mit Vorsicht zu genießen. „Wir haben allerdings auch Erkenntnisse, dass, wenn ein gewisses Vertrauen da ist, auch solch eine Art von Humor durchaus positive Effekte haben kann“, sagt Pundt. Zudem sei ein derberer, aggressiverer Umgangston und damit auch Humor in manchen Branchen üblicher und unproblematischer als in anderen.

Humor hilft allerdings nicht in jedem Fall, zu Mitarbeitern ein gutes Verhältnis aufzubauen. „Es gibt Mitarbeiter, die springen da einfach nicht drauf an“, sagt Pundt. Schließlich gehe es oft um die stellenweise Auflösung von Hierarchien – und manche Mitarbeiter fühlen sich gerade wohl, wenn die Hierarchie klar ist. „Bei diesen Menschen bleibt Humor folgenlos“, sagt Pundt.

Humorlose Mitarbeiter scheinen also eher kein Problem zu sein – im Gegensatz zu unwitzigen Führungskräften, die das selbst aber nicht wahrhaben wollen. „Wenn jemand ständig versucht, witzig zu sein, es aber nicht ist, wirkt das eher künstlich und unauthentisch“, sagt Pundt. „Das wirkt sich negativ auf die Stimmung im Team aus.“ Managern ohne Humortalent macht er aber Mut. Denn erstens gebe es Trainingsprogramme für Humor – die zumindest teilweise zu funktionieren scheinen. Und zweitens dürfe ein Punkt nicht vergessen werden: Humor ist nicht alles. „Man kann auch ohne Humor eine gute Führungskraft sein“, sagt der Wissenschaftler. Wenn man etwa klar und sympathisch kommuniziere, sorge auch das für ein gutes Verhältnis zu den Mitarbeitern. „Dann bringt Humor keinen zusätzlichen Nutzen.“