Freitag, 30.05.2014
Personal
Ergebnisse des Zensus 2011

Männer führen doppelt so häufig wie Frauen

Frauen sind in Deutschland seltener in Führungspositionen als Männer. Das belegen nun auch die offiziellen Zahlen aus dem Zensus 2011. Die politische Debatte um die Frauenquote wird weitergehen.

Die Realität in vielen Unternehmen zwischen Flensburg und Füssen sowie zwischen Aachen und Frankfurt an der Oder wird nun auch durch die Zahlen des statistischen Bundesamts untermauert: Nach den Ergebnissen aus dem Zensus 2011 zum Stichtag 9. Mai 2011 waren von insgesamt 21,4 Millionen erwerbstätigen Männern 1,5 Millionen als Führungskräfte tätig. Das sind 6,8 Prozent. Ein Blick auf die Zahlen des anderen Geschlechts ergibt hingegen ein anderes Bild. Von 18,2 Millionen erwerbstätigen Frauen sind nur 0,6 Millionen in einer Führungsposition. Das entspricht 3,1 Prozent. Während es also die Differenz zwischen Männern und Frauen bei der Erwerbstätigkeit grundsätzlich bei 17,6 Prozent liegt, beträgt sie bei den Führungspositionen gar 150 Prozent. Männer hatten also mehr als doppelt so häufig eine Führungsposition inne als Frauen.

Führungspositionen: Unterschiede beim Alter

Die Zahlen zeigen weiters auf, dass der Unterschied zwischen den Geschlechtern mit zunehmendem Alter größer wird. Während er in jüngeren Altersklassen noch geringer ausfällt, geht die Schere dann bei den 30- bis 45-Jährigen auseinander. In dieser Gruppe fällt der Anteil bei den Männern deutlich höher als bei den Frauen, deren Anteil im Altersverlauf nur moderat zunimmt. Am stärksten ist der Unterschied dann am Ende eines Berufslebens. In der Altersklasse von 60 bis 64 Jahren haben 9,7 Prozent der Männer, aber nur 4,1 Prozent der Frauen eine Führungsposition inne. Das sind zwar jeweils die höchsten Anteile, aber auch der Abstand ist in dieser Altersgruppe am größten.

Beamtinnen überdurchschnittlich oft Führungskraft

Eine nähere Betrachtung der beruflichen Stellung der Erwerbstätigen zeigt, dass bei Beamten der Anteil der weiblichen Führungskräfte mit 3,6 Prozent leicht überdurchschnittlich ist. Der Anteil der männlichen Chefs liegt bei 5,1 Prozent. Bei den Unternehmern mit Beschäftigten ist der Anteil der Führungskräfte am höchsten. Bemerkenswert ist, dass in dieser Gruppe die Anteile von männlichen Führungskräften mit 23,8 Prozent und weiblichen Führungskräften mit 22,1 Prozent nahezu gleich hoch sind. Bei den weiblichen Angestellten und Arbeitern beträgt der weibliche Führungskräfteanteil 2,3 Prozent, der männliche 5,6 Prozent.

Die große Koalition in Berlin hatte zuletzt Pläne vorgelegt, wonach in den Führungsetagen großer Unternehmen sowie im öffentlichen Dienst ab 2016 eine Frauenquote von 30 Prozent gelten soll. Auf europäischer Ebene gibt es ähnliche Ideen. Nach dem Willen des EU-Parlaments sollen Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen bis 2020 zu 40 Prozent aus Frauen bestehen.

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