Donnerstag, 25.08.2011
Personal
Compliance

Männer haben kriminelle Energie

Der typische Langfinger im Betrieb ist männlich, Mitte 30 bis Mitte 40 und dem Chef kein Unbekannter: Wirtschaftskriminelle arbeiten in der Regel schon länger als fünf Jahre im Unternehmen und bekleiden meist Führungspositionen.

Der typische Langfinger im Betrieb ist männlich, Mitte 30 bis Mitte 40 und dem Chef kein Unbekannter: Wirtschaftskriminelle arbeiten in der Regel schon länger als fünf Jahre im Unternehmen und bekleiden meist Führungspositionen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. 350 Delikte aus 69 Ländern, darunter Deutschland, wurden dazu untersucht.

In 87 Prozent der Fälle war der Täter ein Mann. 82 Prozent der Wirtschaftskriminellen bekleideten eine Führungsposition, besonders häufig im Vertrieb oder Finanzbereich. Etwa sechs von zehn Tätern waren seit mindestens fünf Jahren bei dem Unternehmen beschäftigt, jeder dritte sogar schon seit zehn und mehr Jahren. Durchschnittlich richteten sie einen Schaden von etwa einer Million Euro an.

 

Warnsignale erkennen

Hätten die Unternehmen rechtzeitig aufmerksam werden können? Laut KPMG-Studie gab es bei über der Hälfte der betroffenen Unternehmen Warnsignale: Führen Kollegen beispielsweise einen exzessiven Lebensstil oder weigern sich, ihren Urlaub zu nehmen, aus Angst vor Entdeckung, sollten die Alarmglocken schrillen. Nur in sechs Prozent der Fälle wurden solche Hinweise allerdings verfolgt, das entspricht zwanzig Prozent weniger als seit der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2007.

In drei von vier Fällen nutzten die Täter laxe interne Kontrollen aus, was einem Anstieg um 25 Prozent seit 2007 entspricht. Da der typische Wirtschaftskriminelle einen Führungsposten bekleidet, wird ihm auch hohes Vertrauen entgegengebracht und er weiß, wie er Kontrollmechanismen außer Kraft setzen kann, so die Studie.

Frustration und Leistungsdruck

Gründe dafür, dass die Täter kriminell wurden, nennt die Studie auch: Kaum einer kommt mit dem Vorsatz ins Unternehmen, zu betrügen. „Oft führen Veränderungen der persönlichen Lebensumstände oder Frustration und Leistungsdruck dazu, einen Betrug zu begehen“, erklärte Frank M. Hülsberg, Partner bei KPMG.

Mittäter gab es in rund 61 Prozent der Fälle. Deutschland lag hier mit 50 Prozent unter Durchschnitt. Ansonsten stimmten die deutschen Werte in etwa mit dem internationalen Durchschnitt überein.

Quelle: KPMG, Markt und Mittelstand

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