Donnerstag, 19.09.2013
Bei Bode Chemie klappt ein hoher Anteil an Frauen in Führungspositionen ganz ohne festgelegte Quote.

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Bei Bode Chemie klappt ein hoher Anteil an Frauen in Führungspositionen ganz ohne festgelegte Quote.

Personal
Frauen in Führungspositionen

Mit Frauen zum Erfolg

Eine Frauenquote würde Bode Chemie aus Hamburg leicht erfüllen. Geschlechtergleichgewicht gehört zur Philosophie des Mittelständlers aus der Chemie-Branche. Wie es das Unternehmen geschafft hat, einen so hohen Frauenanteil zu erreichen und welche Vorteile dies mit sich bringt, erklärt Jenny Rauhut, Pressesprecherin von Bode Chemie.


MuM:
Bode Chemie hat im vergangenen Jahr den Helga-Stödter Preis gewonnen. Inwiefern spielt der Faktor Geschlecht in Ihrem Unternehmen eine Rolle?
Jenny Rauhut:
Frauen in Führungspositionen – das hat bei Bode Tradition. Auch deshalb ist die Gleichstellung, ob bei Aufstiegschancen oder beim Gehalt, durchgängig selbstverständlich – ganz ohne Quote. Dass sich insgesamt mehr Frauen am Erwerbsleben beteiligen und durch eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch kontinuierlich Aufstiegschancen wahrnehmen können, ist erklärtes Ziel und auch bereits ein Erfolg unserer Unternehmenskultur.


MuM: Wie hoch ist der Frauenanteil bei Bode Chemie?
Rauhut: Das Leitungsgremium der Bode Chemie ist mit 3 Frauen und 4 Männern (inklusive des Geschäftsführers) besetzt. Von den 20 Abteilungen des Unternehmens  werden 11 Abteilungen von Frauen mit Leitungsaufgaben geführt – dies entspricht 58 Prozent aller Führungspositionen. Sie führen dabei bis zu 40 Mitarbeiter.

MuM: Denken Sie, dass sich ein Geschlechtergleichgewicht auf den Erfolg eines Unternehmens auswirkt?
Rauhut: Die Proportion ist entscheidend für den Erfolg. Bei Bode herrscht ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis bis in die Spitze. Davon profitiert Bode nicht nur kulturell, sondern auch im Hinblick auf die Produktivität. Know-how wird entwickelt und verbleibt im Unternehmen. Bei Bode muss man sich nicht für Familie oder Arbeit entscheiden. Die Entscheidung für Familie bedeutet bei uns nicht Karriere-Knick, sondern Weiterentwicklung von Persönlichkeiten. Know-how-Träger bleiben dadurch langfristig und hoch motiviert dem Unternehmen erhalten.

MuM:
Vielen Mittelständler fällt es schwer, Fachkräfte zu finden. Daneben auf ein Geschlechtergleichgewicht zu achten, scheint besonders schwierig. Wie schafft man diesen Spagat?
Rauhut:
Bei Bode wird in erster Linie auf die Qualifikation der Bewerber geschaut. Aus den Erfahrungen über die Jahre hinweg können wir sagen, dass Frauen genauso qualifiziert sind wie Männer. Allerdings trifft es auch zu, dass der Fachkräftemarkt generell immer enger wird. Das gilt geschlechterübergreifend. Es ist die Gesamtanzahl an Fachkräften, die sinkt. Umso wichtiger ist es die Arbeitsbedingungen an den sich verändernden Markt anzupassen. Flexible Arbeitszeitmodelle - Teilzeit, Home-Office, Anwesenheitsflexibilität – spielen gerade für Frauen eine enorme Rolle und tragen zur Attraktivität des Unternehmens bei.  Bode schafft durch individuelle, maßgeschneiderte Arbeitsbedingungen und Voraussetzungen damit Frauen (auch in Führungspositionen) ihre beruflichen Aufgaben mit einem Familienleben vereinbaren können.