Mittwoch, 16.05.2012
Personal
Mitarbeitermotivation

Mitarbeiter richtig motivieren

Wenn die Motivation der Mitarbeiter nicht stimmt, wird kein Produkt, keine Dienstleistung und keine Innovation erfolgreich sein. Wie aber können Mittelständler ihre Angestellten motivieren?

Die IG-Metall geht auf die Straße und fordert mehr Lohn. Ein sattes Gehaltsplus von 6,5 Prozent wollen sie für ihre Mitglieder in diesem Jahr erzielen. Sollte die Gewerkschaft erfolgreich sein, wären dann die Mitarbeiter motivierter, weil sie mehr Geld am Ende des Monats im Geldbeutel hätten. Zahlreiche Studien wiederlegen, dass zwischen einer Lohnerhöhung und der Motivation eines  Mitarbeiters direkt zusammenhänge entstehen. Bereits nach wenigen Monaten ist der Effekt verpufft und die Motivation wieder auf dem gleichen Stand wie zuvor.

Geld als Motivation

Monetäre Anreize können aber auch motivieren, sie müssen nur gezielt eingesetzt werden. Das heißt immer dann, wenn der Gewöhnungseffekt beim Mitarbeiter einzutreten droht. Die Bonussysteme müssen jedoch im engen Zusammenhang mit einem erfüllten Projekt oder einer erledigten Aufgabe stehen.  Allerdings darf weder die zu erfüllende Aufgabe noch das System zu komplex sein. Es muss also ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Arbeit, Entlohnung und Belohnung bestehen. Mittelständler sagen (siehe unten) wie sie damit umgehen und berichten, dass ein gerechter Weg nicht einfach ist.

Sebastian von Bomhard„Bonussysteme sind etwas zwiespältig. Mancher Mitarbeiter ist beleidigt, wenn man ihm einen Bonusvertrag anbietet, denn er leistet bereits für sein Gehalt den vollen Einsatz und will sich darauf verlassen können, dass er dafür auch gerecht bezahlt wird. Mein Job ist es, dieses Vertrauen nicht zu enttäuschen.“

Sebastian von Bomhard, Vorstand der SpaceNet AGDr. Marc Brunner"Als Möbelhersteller, der ausschließlich in Deutschland herstellt, spielen die Lohnkosten eine große Rolle. Eine Lohnsteigerung um mehr als 6 Prozent, wie es die Gewerkschaften fordern, ist aber nicht realisierbar. Diese zusätzlichen Kosten können wir am Markt zurzeit nicht verdienen. In den vergangenen Jahren gab es bei uns realistische Erhöhungen. Konnten wir in schwierigen Jahren die Löhne nicht steigern, haben wir als Ausgleich unseren Mitarbeitern in guten Jahren eine Prämie bezahlt."

Dr. Marc Brunner, Geschäftsführer der Brunner GroupPascal Schiefer"Gehaltssteigerungen müssen sein. Wichtig ist, dass das Plus über der Inflationsrate liegt, so dass die Mitarbeiter am Ende des Monats tatsächlich mehr im Geldbeutel haben. 6,5 Prozent sind aber zu viel. Mir ist es wichtig in der Organisations- und Kostenstruktur flexibel zu bleiben. In guten Jahren schütten wir deshalb einen Bonus aus. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten belastet uns der Lohnkostenblock dadurch nicht so stark."

Pascal Schiefer, Geschäftsführer Leipold Group

Intrinsische Motivation

Motivation ist von der Persönlichkeit eines Mitarbeiters abhängig. Wer sich selbst motivieren kann, bringt die beste Leistung, ist am kreativsten und arbeitet am effizientesten. Wie aber kann diese höchste Form der Motivation erreicht werden? Die Mitarbeiter müssen das Gefühl haben, etwas aus ihrer Sicht Sinnvolles zu tun, sich bei der Arbeit weiterentwickeln zu können und einer interessanten Tätigkeit nachzugehen. Kurz: Der Zweck muss ersichtlich sein. Wie ist sonst zu erklären, dass Menschen auf der ganzen Welt ohne Entlohnung beispielsweise Computerprogramme weiter entwickeln?

Motivation durch Kollegen

Motivation ist aber nicht nur eine Geld und eine Persönlichkeitsfrage. Auch das Arbeitsumfeld und der Kollegenkreis sind wichtig. Eine Umfrage des Forschungsinstituts forsa, die im Auftrag der Edentred Deutschland GmbH durchgeführt wurde, ergab, dass für 84 Prozent aller Kollegen ein angenehmer Kollegenkreis zur Motivation beiträgt. Für vier von fünf Mitarbeitern ist die Work-Life-Balance ein wichtiger Aspekt, um die täglichen Aufgaben motiviert zu erledigen. Und 78 Prozent der Befragten sagten, dass eine abwechslungsreiche Tätigkeit von großer Bedeutung für die Motivation ist.  

Quellen: Edenred, forsa, Markt und Mittelstand

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