Mittwoch, 11.02.2015
Die meisten Unternehmen nutzen Social Media Portale überwiegend dazu, Stellenangebote zu bewerben und eine größere Anzahl an potenziellen Bewerbern zu erreichen.

istock/Thinkstock

Die meisten Unternehmen nutzen Social Media Portale überwiegend dazu, Stellenangebote zu bewerben und eine größere Anzahl an potenziellen Bewerbern zu erreichen.

Personal
Zwei Drittel der Betriebe nutzt Xing und Co für mehr potentielle Bewerber

Mitarbeitergewinnung: Social Media wird überschätzt

Obwohl der Trend mithilfe von Social Media immer mehr zur Online Rekrutierung geht, wird die traditionelle Methode der Mitarbeitergewinnung weiterhin nicht wegzudenken sein. Mit der richtigen Nutzung von Social Media erreichen Unternehmen jedoch mehr potentielle Bewerber.

Immer öfter werden Social Media Portale wie Xing, Facebook und LinkedIn für die Rekrutierung von neuen Mitarbeitern eingesetzt. Zwei Drittel der deutschen Unternehmen haben bereits erfolgreich über diese Kanäle potentielle Bewerber erreicht und eingestellt. Die meisten Personalentscheider, etwa 44 Prozent,  nutzten dabei die Plattform Xing. Über Facebook rekrutierten bisher 24 Prozent der Unternehmen neue Arbeitskräfte und LinkedIn nutzen bisher rund 20 Prozent zur Personalsuche. Aber 33 Prozent der Unternehmen konnten noch keine Mitarbeiter über Social Media Plattformen rekrutieren. Das sind die Ergebnisse der aktuellen Arbeitsmarktstudie des Personaldienstleisters Robert Half.

Social Media ersetzt keinen persönlichen Handschlag

Obwohl Social Media das Rekrutieren nachhaltig verändert hat und tendenziell weiterhin immer beliebter wird, wird es kein Ersatz für die traditionelle Personalgewinnungsmethode: „Auch können Xing, Facebook, LinkedIn und Co. nicht den letztlich wichtigsten Entscheidungsfaktor im Rekrutierungsprozess ersetzen: den persönlichen  Handschlag“, erklärt Sven Hennige, Senior Managing Director Central Europe & The Netherlands bei Robert Half. Hier stoße das Social Media Recruiting an seine Grenzen und habe ganz klar einen Nachteil gegenüber herkömmlichen Rekrutierungswegen.

Hauptvorteil von Social Media: Bewerbung von Stellenangeboten

Die meisten Unternehmen nutzen Social Media Portale überwiegend dazu, Stellenangebote zu bewerben und eine größere Anzahl an potenziellen Bewerbern zu erreichen. Für 37 Prozent der Befragten ist das der Hauptvorteil. Die aktive Identifizierung von geeigneten Kandidaten sehen 28 Prozent als größten Pluspunkt. Etwa jedes zehnte Unternehmen in Deutschland, nämlich 12 Prozent, schätzt die Möglichkeit, bei der Auseinandersetzung mit einem Kandidaten dessen Social Media Profile überprüfen zu können. „Das schnelle Aufsetzen eines Social Media Unternehmensprofils und die Möglichkeit, direkt mit potenziellen Bewerbern in Kontakt zu treten, lässt nur dem Anschein nach die Personalsuche einfacher erscheinen“, ordnet Hennige die Ergebnisse ein.
Er warnt auch davor, dass gerade viele kleine und mittelständische Unternehmen eher weniger über die notwendigen Ressourcen verfügen, um in den sozialen Medien langfristig aktiv zu werden und mit Bewerbern auf diesen Kanälen zu interagieren. Außerdem decke Social Media nur einen Teil des Bewerbermarktes ab. Top-Kandidaten nutzen häufig andere Wege wie Headhunter oder Personaldienstleister.

Info

Checkliste Social Media Recruiting: Was Unternehmen beachten sollten

•    Urteilen Sie nicht zu schnell: Wie ein Kandidat seine Social Media-Profile pflegt oder ob er überhaupt dort vertreten ist, lässt keine Aussage über seine Eignungen und Fähigkeiten zu. Nur weil jemand besonders viel postet, muss das nicht heißen, dass er auch im Job äußerst engagiert ist.

•    Achten Sie auf das Risiko: Der Blick in die Social Media-Profile kann Ihren Eindruck bestätigen, aber auch ins Gegenteil verkehren. Lockere Umgangsformen auf Xing, LinkedIn oder Facebook und Selfies sagen noch nichts darüber aus, wie professionell ein Kandidat arbeitet. Legen Sie fest, welchen Stellenwert Informationen aus den sozialen Medien einnehmen sollen.

•    Respektieren Sie die Privatsphäre: Xing und Facebook nutzen viele primär für private Kontakte. Bei der proaktiven Suche nach geeigneten Kandidaten sollten Sie daher Ihre Ansprache vorsichtig formulieren und einer möglichen Bitte, von Jobangeboten über Social Media Abstand zu nehmen, nachkommen.

•    Social Media ist kein Ersatz für den persönlichen Handschlag: Viele Unternehmen glauben, ihre bisherigen Recruiting-Maßnahmen durch Social Media ersetzen zu können. Dabei gehen jedoch wichtige Informationen verloren – zum Beispiel wie potenzielle Kandidaten auf Stresssituationen reagieren und ob sie als Persönlichkeit in Ihr Team passen.

•    Behalten Sie Ihre Ressourcen im Blick: Die Kontaktaufnahme mit potenziellen Kandidaten über die sozialen Medien ist verlockend. Vor allem die Kontaktpflege kostet aber viel Zeit und Engagement. Stellen Sie sich die Frage, ob Sie das auch langfristig leisten können.

                                                                                                                                               Quelle: Robert Half

2020 © Markt und Mittelstand · Alle Rechte vorbehalten.

Der Newsletter für Unternehmer – jeden Donnerstag in Ihr Postfach

NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN