Montag, 11.06.2018

Illustration: Peshkova/ Thinkstock/ Getty Images

Neue Ideen: Bei Kooperationen zwischen Mittelständlern und Start-ups können beide Seiten profitieren.

Personal
Einblicke in andere Unternehmenskultur

Mittelständler können von Kooperationen mit Start-ups profitieren

Viele Mittelständler haben schon einmal mit Gründern zusammengearbeitet. Geplant werden diese Kooperationen aber selten. Meist entstehen sie durch Zufall – dabei bieten die Kollaborationen den Mittelständlern viele Vorteile.

Mehr als ein Drittel aller mittelständischen Unternehmen hat mindestens einmal im Monat Kontakt mit einem Start-up. Das ergibt die aktuelle Studie „Mittelstand meets Startups 2018“ des RKW Kompetenzzentrums. „Durch die Zusammenarbeit mit Start-ups profitieren KMU nicht nur, indem strategisch gesetzte Ziele erreicht werden. Viel wertvoller für beide Seiten ist oft der Einblick in eine andere Unternehmenskultur“, sagt Christof Starke, Experte für Gründung und Innovation am RKW Kompetenzzentrum.

Aktuelles aus dem Mittelstand: Folgen Sie uns auf Zum Linkedin Profil von Markt und Mittelstand und Zum Linkedin Profil von Markt und Mittelstand


Aus den Gesprächen entsteht oft eine Kooperation. Hauptmotive für die Zusammenarbeit sind die Erschließung neuer Technologien und die Entwicklung von Produktinnovationen. Insbesondere für KMU aus den Branchen Maschinen- und Fahrzeugbau sowie Chemie und Pharma bieten die Kooperationen zudem die Möglichkeit, in neue Märkte einzusteigen. Die gesteckten Ziele erreichen die Mittelständler auch meistens. In knapp 70 Prozent der Fälle werden die Vorhaben ohne nennenswerte Abweichungen umgesetzt. Daher würden auch 96 Prozent aller KMU, die schon einmal eine Kooperation mit einem Start-up hatten, dies wiederholen.

Mittelständler wünschen sich mehr Unterstützung

Trotz aller positiven Erfahrungen entstehen die Kooperationen aber sehr selten gezielt. Nur jedes vierte mittelständische Unternehmen organisiert Aktivitäten wie Scouting von neuen Technologien oder Besuche bei Startup-Veranstaltungen, um Gründer kennen zu lernen. Meistens sind die vorhandenen Kontakte Zufallsbekanntschaften durch Geschäftspartner oder Bekannte.

Rund ein Drittel der KMU gab in der RKW-Studie an, nur mit Start-ups mit einem Firmensitz in Deutschland kooperieren zu wollen – das Alter der Gründer oder die Branchenerfahrung spielen dagegen eine geringere Rolle. „Während bei unserer Studie vor zwei Jahren noch jedes vierte KMU eine Kooperation mit Startups ablehnte, deren Gründer jünger als 25 Jahre sind, sagen das mittlerweile nur noch rund 10 Prozent. Der Mittelstand hat erkannt, welche Chancen sich durch die Zusammenarbeit bieten, und ist aufgeschlossen“, sagt RKW-Fachreferent Matthias Wallisch.

Damit es in Zukunft öfter zur Zusammenarbeit kommt, wünschen sich die befragten Mittelständler einen einfacheren Zugang zu Fördermitteln für beide Seiten. Dadurch könnten Produkte leichter gemeinsam entwickelt und auf den Markt gebracht werden. Außerdem wünschen sich die Mittelständler, dass es einfacher werde, an Bankkredite für Kooperationen zu kommen.

Info

Über die Studie:

 

Die Ergebnisse der Studie resultieren aus einer quantitativen Analyse von Angaben von insgesamt 250 etablierten KMU in den Branchen Maschinen- und Fahrzeugbau, Information und Kommunikation sowie Chemie und Pharma. Die Unternehmen wurden telefonisch befragt.