Montag, 08.01.2018
Personal gesucht: Mehr und mehr Unternehmen klagen, dass sie kaum noch neue Mitarbeiter finden.

Foto: AndreyPopov/Thinkstock/Getty Images

Personal gesucht: Mehr und mehr Unternehmen klagen, dass sie kaum noch neue Mitarbeiter finden.

Personal
EY-Studie

Mittelständler wollen 2018 noch mehr investieren

Die Stimmung im deutschen Mittelstand ist auch laut einer neuen EY-Studie gut wie nie zuvor. Doch die Pläne der Unternehmer könnten durch den Fachkräftemangel verhindert werden. Vor allem ganz im Norden und im Süden droht Ungemach.

Eine weitere Studie meldet gute Zahlen für den Mittelstand. So ist laut Mittelstandsbarometer der Beratungsgesellschaft Ernst and Young (EY) das Geschäftsklima in mittelständischen Unternehmen zum dritten Mal in Folge gestiegen und erreicht genauso ein Rekordhoch wie die Investitions- und Einstellungsplanungen der befragten Unternehmen. Insgesamt 54,3 Punkte erreicht das Geschäftsklima im Bundesschnitt, 2017 waren es mit 49,1 Punkten deutlich weniger.


Geschäftsklima erreicht neues Rekordniveau (Saldopunkte)

Quelle: EY

Mehr als ein Drittel der Unternehmen (35 Prozent) will in den kommenden sechs Monaten mehr investieren als bislang. Auch das ist der höchste Wert seit über 10 Jahren (41 Prozent im Jahr 2007). Ein ebenso großer Anteil (36 Prozent) der befragten Unternehmen plant zudem, im nächsten halben Jahr zusätzliche Stellen zu schaffen – stößt dabei aber zunehmend auf Probleme.

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Auf deren Ursachen deutet ein weiteres Ergebnis der Untersuchung hin: 40 Prozent der Befragten halten die Gefahren für die Entwicklung ihres Unternehmens durch den Fachkräftemangel für „eher“, weitere 22 Prozent sogar für „sehr groß“. Das sind deutlich mehr als 2017 und als bei jedem anderen abgefragten Risiko für Rohstoffpreise (37 bzw. 14 Prozent) oder den zunehmenden Wettbewerb (39 bzw. 12 Prozent).

In diesem Zusammenhang dürfte für viele Mittelständler auch der Vergleich der Bundesländer bei der Beschäftigungsprognose interessant sein. Schließlich suchen viele potentielle Mitarbeiter vor allem regional nach einem neuen Job. Besonders groß dürfte der Kampf um die Fachkräfte demnach in Zukunft in Norddeutschland sein. Die Prognose, wie viele Menschen neu eingestellt werden sollen, liegt in Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein über dem Bundesschnitt sowie ganz im Süden. Unterdurchschnittlich – aber dennoch positiv – ist die Beschäftigungsprognose hingegen unter anderem im Saarland, in Thüringen sowie in Berlin.

Mehr Berichte über Studien sowie weitere Artikel zum Thema Strategie finden Sie auf den entsprechenden Themenseiten.

Beschäftigungsprognose im Bundesländervergleich (in % der Befragten)

Quelle: EY

Info

Für das Mittelstandsbarometer wurden 2.000 Unternehmen mit 30 bis 2000 Mitarbeitern sowie 20 Millionen bis 1 Millarde Euro Umsatz repräsentativ befragt.