Donnerstag, 29.08.2013
Wirtschaftsspionage: Noch zu wenige Unternehmen schützen sich ausreichend vor Späh-Attacken.

Quelle: Thinkstock / Getty Images

Wirtschaftsspionage: Noch zu wenige Unternehmen schützen sich ausreichend vor Späh-Attacken.

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Mittelstand aufgepasst

Wirtschaftsspionage kostet 50 Milliarden

Mittelständische Unternehmen unterschätzen die Gefahr, die von Wirtschaftsspionage ausgeht. Jährlich entsteht der Industrie ein Schaden von rund 50 Milliarden Euro.

Vor allem mittelständische Unternehmen sind betroffen: Jedes Jahr entstehen in Deutschland Schäden durch Wirtschaftsspionage von rund 50 Milliarden Euro. Es gebe massive Versuche, die empfindlichen Daten aus deutschen Unternehmen zu stehlen, sagt Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU).
Bei einer Wirtschaftskonferenz in Berlin vereinbarten Bundesregierung, Verfassungsschutz und Spitzenverbände der Wirtschaft ein nationales Schutzkonzept gegen Wirtschaftsspionage, teilt „focus.de“ mit und beruft sich auf eine gemeinsame Erklärung. Noch zu wenige Unternehmen schützten sich ausreichend vor den Späh-Attacken, denn die Gefährdungen von Wirtschaftskriminalität würden noch immer unterschätzt.  Deshalb sei das Ziel der drei Partner, eine Nationale Wirtschaftsschutzstrategie auszuarbeiten, bei der insbesondere mittelständische Unternehmen stärker für Sicherheitsfragen sensibilisiert werden sollen, wie auf der Seite des Deutschen Industrie-und Handelstags zu lesen ist.

Bundesebene soll in Sachen Wirtschaftsspionage reagieren

„Wir benötigen dringend eine sinnvolle Koordinierung auf Bundesebene“, forderte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo. Eine nationale Sicherheitsstrategie wäre, laut Grillo, ein Meilenstein für den Wirtschaftsschutz und einzigartig in Europa. Um gegen Wirtschaftsspionage vorzugehen, soll beispielsweise eine gemeinsame Internetplattform aufgebaut werden. Einen Vorschlag, dem zufolge Unternehmen die IT-Angriffe bei den Sicherheitsbehörden melden müssen, lehnte die Industrie allerdings ab.

Wirtschaftsspionage vor allem aus China und Russland

Während große und international tätige Unternehmen bereits über gute Sicherheitsstrukturen verfügen, sind die meisten Unternehmen aus dem deutschen Mittelstand nicht ausreichend geschützt. „Obwohl sie das bevorzugte Ziel ausländischer Spionage sind, fehlt ihnen häufig das Bewusstsein für die vielfältigen Bedrohungen“, so der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen im „Handelsblatt“. Die häufigsten Angriffe auf deutsche Unternehmen und Forschungseinrichtungen kommen laut Maaßen aus China und Russland.