Montag, 18.02.2013
Personal
Talentförderung

Mittelstand vernachlässigt Praktikanten

Praktikanten sind ein unverzichtbarer Pool an Talenten für Unternehmen. Doch vor allem der Mittelstand vernachlässigt diese Quelle.

Das Praktikum lief gut, Arbeitgeber und Praktikant sind zufrieden. Und doch bricht in vielen Fällen nach dem Praktikum der Kontakt zwischen Praktikant und Unternehmen komplett ab. Gründe hierfür und Möglichkeiten, den Kontakt besser zu halten, zeigt eine aktuelle Studie von IntraWorlds.

Interesse auf beiden Seiten

Für die Studie wurden Bachelorstudenten im Alter von 22 bis 26 Jahren befragt. Mehr als die Hälfte studiert Ingenieurs-, Wirtschafts- oder Naturwissenschaften, also genau die Fächer, in denen zunehmend Fachkräfte fehlen. Dabei waren 80 Prozent mit ihrem Praktikum oder ihren Erfahrungen als Werksstudent zufrieden, 57 Prozent konnten sich vorstellen, bei dem jeweiligen Arbeitgeber zu bleiben. Doch nur 14 Prozent der Studenten waren mit den Kontaktmöglichkeiten zum ehemaligen Praktikumsbetrieb zufrieden, mehr als die Hälfte hatte den Kontakt ganz oder beinahe verloren. An mangelndem Interesse lag es wohl auf beiden Seiten nicht, die Studenten wären gerne in Verbindung geblieben und konnten Zeugnisse vorweisen, in denen die Arbeitgeber ihre Leistungen gut bis sehr gut bewerteten.

Gezielte digitale Kontaktpflege

Um mit ihrem Praktikumsgeber in Kontakt zu bleiben, bevorzugen die meisten Studenten digitale Kontaktpflege, wie zum Beispiel Information über offene Stellen, Einladungen zu Firmenevents und Neuigkeiten aus den Unternehmen. Besonders kleine und mittlere Unternehmen vernachlässigen aber regelmäßige Kontakte auf diesem Weg. Große Unternehmen nutzen dagegen häufig die falschen sozialen Plattformen wie Facebook. Das wollen die meisten Studenten aber rein privat nutzen.

Talent-Communities als Lösung

Eine Lösung dieses Dilemmas könnten spezielle Talent-Communitys sein. Diese sind Teil der unternehmenseigenen Karriereseiten und werden meist durch die Personalabteilung gepflegt. Ex-Praktikanten oder abgelehnte, aber interessante Bewerber bekommen einen Zugang, und können sich ein Profil mit Kontaktdaten anlegen. Sie erhalten dann Neuigkeiten zum Beispiel über offene Stellen oder Einstiegsprogramme. Die Firmen können so Interessenten gezielter ansprechen.

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