Freitag, 21.03.2014
Geschäftsführer in öffentlichen Unternehmen können von Gehältern wie dem von Daimler-Chef Dieter Zetsche nur träumen.

RudolfSimon

Geschäftsführer in öffentlichen Unternehmen können von Gehältern wie dem von Daimler-Chef Dieter Zetsche nur träumen.

Personal
Gehälter von Vorständen und Geschäftsführern in der Privatwirtschaft deutlich höher.

Öffentliche Unternehmen bezahlen Chefs schlechter

Gehälter von Vorständen und Geschäftsführern liegen in öffentlichen Unternehmen deutlich unter dem Niveau der Privatwirtschaft. Große Unterschiede gibt es zwischen verschiedenen Unternehmensgrößen und Branchen.

Geschäftsführer und Vorstände in öffentlichen Unternehmen verdienen deutlich weniger als ihre Kollegen in der Privatwirtschaft. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie „Vorstands- und Geschäftsführerbezüge in öffentlichen Unternehmen“ der Managementberatung Kienbaum, für die Daten von 2.266 Geschäftsführern und Vorständen aus 1.055 öffentlichen Unternehmen in Deutschland ausgewertet wurden.

Insgesamt sind beispielsweise die Gehälter der Führungskräfte im deutschen Mittelstand zuletzt gestiegen, generell profitieren aber nicht alle Vorstände in gleichem Maße von steigenden Einkommen. Demnach zahlen 21 Prozent der öffentlichen Arbeitgeber ihren Geschäftsführern und Vorständen ein durchschnittliches Jahresgehalt von weniger als 100.000 Euro. Bei 62 Prozent der Unternehmen liegt das durchschnittliche Jahresgehalt zwischen 100.000 und 300.000 Euro. Nur 17 Prozent der Geschäftsführer und Vorstände in öffentlichen Unternehmen erhalten mehr als 300.000 Euro im Jahr und gerade einmal fünf Prozent verdienen mehr als 500.000 Euro im Jahr.

In der Privatwirtschaft sieht das Gehaltsgefüge deutlich anders aus, die Gehälter der obersten Führungsetage sind dort im Schnitt doppelt so hoch. In Firmen mit bis zu 25 Mitarbeitern erhalten Geschäftsführer und Vorstände durchschnittliche Jahresgesamtbezüge von 182.000 Euro, bei öffentlichen Unternehmen derselben Größe liegt der durchschnittliche Wert bei lediglich 92.000 Euro im Jahr. „Geschäftsführer und Vorstände in öffentlichen Unternehmen beziehen im Vergleich zu ihren Kollegen aus der freien Wirtschaft noch immer deutlich niedrigere Gehälter. Auffällig ist jedoch: Je stärker die wirtschaftliche Tätigkeit im Unternehmen ausgeprägt ist und je stärker Ertragsaspekte dort eine Rolle spielen, desto geringer sind die Vergütungsunterschiede“, erklärt Martin von Hören, Mitglied der Geschäftsleitung bei Kienbaum und zuständig für Vergütungsfragen im öffentlichen Bereich.

Größe und Branche beeinflussen Gehalt

Auch die Größe der Unternehmen hat einen signifikanten Einfluss auf die Gehälter der Geschäftsführer und Vorstände in öffentlichen Unternehmen. So liegen beispielsweise die durchschnittlichen Pro-Kopf-Bezüge in Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten bei 657.000 Euro im Jahr. Ein weiterer Einflussfaktor ist die Branche des jeweiligen Unternehmens. So zahlen Energie- und Wasserversorgungsunternehmen mit durchschnittlich 349.000 Euro fast viermal so viel wie die zumeist eher kleinen Unternehmen der Bäder- und Freizeitwirtschaft sowie der Sozialwirtschaft.

In den vergangenen Jahren ist die Bedeutung der variablen Vergütungsbestandteile in öffentlichen Unternehmen stetig gewachsen. Inzwischen sind durchschnittlich 22 Prozent der dortigen Geschäftsführer- und Vorstandsbezüge an die persönliche Leistung und den Unternehmenserfolg gekoppelt. Auch hier gibt es deutliche Unterschiede zwischen verschieden großen Unternehmen. Während die variablen Gehaltsbestandteile in Unternehmen mit bis zu 100 Beschäftigten nur rund 14 Prozent ausmachen, liegt ihr Anteil bei Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern im Schnitt bei immerhin 41 Prozent. „Vergütungskomponenten mit mittel- und langfristiger Anreizwirkung spielen – anders als in der Privatwirtschaft – bislang in der Vergütungspraxis öffentlicher Unternehmen noch eine relativ geringe Rolle. Angesichts allgemein steigender Anforderungen an eine nachhaltige Unternehmensführung nimmt die Verbreitung mittel- und langfristiger Vergütungsbestandteile von Jahr zu Jahr zu“, sagt Kienbaum-Vergütungsexperte Martin von Hören.

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