Freitag, 21.11.2014
Und dabei wäre Platz für Kollegen… Viele Abteilungen sind unterbesetzt. Das führt zu Stress bei den Mitarbeitern.

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Und dabei wäre Platz für Kollegen… Viele Abteilungen sind unterbesetzt. Das führt zu Stress bei den Mitarbeitern.

Personal
Tipps zur Stressbewältigung

Personalmangel führt zu Stress

Besonders zum Jahresende steigt die Belastung der Arbeitnehmer. Termindruck und hohes Arbeitsaufkommen durch das Weihnachtsgeschäft führen zu Stress. Doch hinter diesen Faktoren steht Personalmangel als wichtigste Ursache für Stress.

Der Personaldienstleister Robert Half hat 200 HR- Manager befragt: Hauptgrund für gestresste Mitarbeiter ist der Personalmangel. Viele Unternehmen und Abteilungen sind – als Ergebnis jahrelanger Sparmaßnahen – personell sehr knapp oder sogar unterbesetzt. Bei normalem Arbeitsaufkommen ist das Pensum für die Mitarbeiter gerade noch zu erledigen. Kommen Sonderfaktoren hinzu, wie etwa höherer Krankenstand, Stoßgeschäft zu Weihnachten, Termindruck in Richtung Jahresende, ist der Stress da.

Für 60 Prozent der Befragten ist diese personelle Unterbesetzung verantwortlich für Stress bei den Mitarbeitern. 55 Prozent nennen eine erhöhte Arbeitsbelastung durch Überstunden und Mehrarbeit als Ursache. Inhaltlich hängt das eng mit dem ersten Punkt zusammen, denn eine großzügigere personelle Ausstattung würde Überstunden und Mehrarbeit seltener notwendig machen. Der Druck von Vorgesetzten führt für 47 Prozent zu Stress. Weniger relevant sind unangenehme Kollegen oder Büroklatsch (31 Prozent) sowie die Tatsache, dass Mitarbeiter auch außerhalb der Arbeitszeiten nicht abschalten können (29 Prozent).

 

 

Dialog statt Regulierung

Dieser Umfrage zufolge würden die derzeit diskutierten Vorschläge zu einer Anti-Stress-Initiative die Belastung nur in begrenztem Maße verringern. Sie setzen nämlich vor allem an einer Reduzierung der ständigen Erreichbarkeit der Mitarbeiter an. An einen Dialog zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber appelliert Inessa Kulich, Associate Director bei Robert Half: „Unternehmen sind langfristig und nicht nur in besonders stressigen Zeiten aufgefordert, gemeinsam mit ihren Mitarbeitern nach Lösungen zu suchen, um das Arbeitspensum in der regulären Arbeitszeit zu erledigen. Kurzfristig sorgt beispielsweise die Unterstützung durch temporäre Mitarbeiter für Entlastung.“

 

 

Tipps zur Stressbewältigung

Daneben ist jeder einzelne Arbeitnehmer gefordert, seinen Berufsalltag so zu gestalten, dass der Stress erträglich bleibt. Tipps zur Stressbewältigung beinhalten eine gute Planung und Priorisierung der anstehenden Aufgaben. Auch das Neinsagen will geübt sein. Außerdem empfiehlt Robert Half, das Smartphone nach Arbeitsende auszuschalten, ein Meeting, das nicht zu den Kernaufgaben gehört, auch mal ausfallen zu lassen und an besonders anstrengenden Tagen dem Smalltalk mit Kollegen aus dem Weg zu gehen.