Montag, 02.07.2012
Personal
Freihandelsabkommen

Positive Bilanz beim EU-Freihandel

Zwischen Juli 2011 und April 2012 sind die deutschen Ausfuhren nach Südkorea auf 10,2 Milliarden Euro angestiegen. Grund für den Zuwachs ist das seit einem Jahr in Kraft getretene Deutsch-Südkoreanischen-Freihandelsabkommen.

Insgesamt 9, 4 Prozent betrug das Plus der deutschen Ausfuhren nach Südkorea im ersten Jahr des Handelsabkommens der beiden Länder. Das Wachstum fiel damit stärker aus als das der gesamten deutschen Ausfuhren in Höhe von 7,0 Prozent. „Vor allem deutsche Anbieter von Maschinen, chemischen Erzeugnissen und Nahrungsmitteln profitieren vom Zollabbau. Bei den Handelszahlen stiegen vor allem die deutschen Ausfuhren von Autos, chemischen Erzeugnissen, Metallen und Metallerzeugnissen sowie Mess-, Analyse- und Kontrollgeräten. Bei Maschinen konnte das sehr hohe Niveau gehalten werden“, sagt Frank Robaschik, Repräsentant von Germany Trade & Invest in Korea.  Neben den Firmen konnten vor allem Verbraucher von Preissenkungen und einem größeren Warenangebot profitieren.

Auswirkungen für Südkorea

Eine rapide Zunahme der südkoreanischen Exporte nach Deutschland und in die EU hat bisher nicht stattgefunden. Die Gründe sind eine sinkenden Nachfrage nach Schiffen, dem wichtigsten Exportprodukt, und ein geringerer Absatz elektronischer Erzeugnisse aus Südkorea. Dagegen stiegen vor allem die Verkaufszahlen koreanischer Automobile. Das Handelsvolumen Südkoreas mit der EU insgesamt fiel seit der Anwendung des Freihandelsabkommens um 0,3 Prozent. Insgesamt verzeichnet Südkorea nach wie vor einen Überschuss im Warenhandel mit den EU-Ländern. Das Freihandelsabkommen, das seit Juli 2011 angewendet wird, ist das erste der EU mit einem asiatischen Land. Unter die Vereinbarung fällt eine vollständige Abschaffung der Einfuhrzölle auf alle Industriegüter innerhalb von sieben Jahren. Darüber hinaus sollen weitgehend die Zölle auf landwirtschaftliche Erzeugnisse entfallen. Zusätzlich wurde vereinbart, dass Handelshemmnisse abgebaut und der Marktzugang für  Anbieter von Dienstleistungen verbessert wird.
 
Quelle: GTAI, Markt und Mittelstand