Donnerstag, 27.01.2022
Personal
In der Pandemie stammen Nachfolger auf dem Chefsessel oft aus der Familie

Renaissance der Enkel

Nachdem im Corona-Jahr 2020 viele mittelständische Unternehmen sich um die Krisenbewältigung kümmern mussten und die Zukunftsplanungen auf Eis gelegt hatten, rückt das Nachfolgemanagement nun wieder nach oben auf der Agenda. Der "Corona-Knick" scheint überwunden, wie eine aktuelle Auswertung der KfW ergibt.
Familie in der Werkstatt

Bereits heute gehören auch unerfüllte Nachfolgewünsche und Marktaustritte von Unternehmen zum Gesamtbild.

Rund 230.000 der insgesamt 3,8 Millionen mittelständischen Unternehmen arbeiten an einer Nachfolgelösung. 170.000 dieser Unternehmen haben sich bereits erfolgreich mit Nachfolgekandidaten geeinigt haben oder befinden sich gegenwärtig in Verhandlungen. Insgesamt haben sich im Jahr 2021 39 Prozent der mittelständischen Unternehmen grundsätzlich mit einer Nachfolgplanung befasst. Im Vorjahr hatte der Anteil nur 33 Prozent betragen. In den kommenden Jahren wird die Nachfolgesuche im Mittelstand an Bedeutung gewinnen, allein schon aufgrund der demografischen Entwicklung. Die Zahl der älteren Firmeninhaber und -inhaberinnen steigt kontinuierlich. Gegenwärtig sind 28 Prozent der Unternehmerschaft 60 Jahre oder älter - das sind deutlich über eine Million.

Renaissance der Familie

Vor diesem Hintergrund ergibt sich eine Entwicklung, die die KfW als "Renaissance der Familie" bezeichnet. Nicht nur der Anteil realisierter, familieninterner Übergaben ist zuletzt gestiegen (46 Prozent im Jahr 2020 gegenüber 34 Prozent  im Jahr 2019). Im Zuge der Corona-Krise der Jahre 2020 und 2021 verschieben sich die Präferenzen auch aus der Sicht der nachfolgesuchenden Mittelständler: Vor der Krise zogen ca. 45 Prozent die Übergabe an ein Familienmitglied in Betracht. Im Jahr 2020 sprang der Anteil auf 61 Prozent und ist in 2021 mit 54 Prozent immer noch deutlich erhöht. Die Familiennachfolge ist damit eindeutig die beliebteste Nachfolgevariante. Bereits heute gehören auch unerfüllte Nachfolgewünsche und Marktaustritte von Unternehmen zum Gesamtbild. Rund zwölf Prozent der Unternehmen (27.000), die eine Nachfolge bis Ende 2022 realisieren möchten, müssen statistisch gesehen mit dem Scheitern ihrer Nachfolgepläne zum gewünschten Termin rechnen.

 

 

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