Freitag, 28.02.2014
Personal
Mitarbeiter motivieren mit Warengutscheinen & Co.

Zusatzleistungen: Das ist erlaubt

Zusatzleistungen des Arbeitgebers führen zu Mitarbeitermotivation, steigern die Arbeitsleistung und verringern die Mitarbeiter-Fluktuation. Doch sie bergen auch Gefahren. Ein Überblick.

Um die Mitarbeitermotivation zu steigern, denken viele Unternehmer zuerst an eine Gehaltserhöhung. Doch die bringt oft eine höhere Steuerbelastung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit sich. Um dies zu umgehen, können Unternehmer ihre Angestellten mit steuerfreien Leistungen belohnen und motivieren. Doch auch hier ist Vieles zu beachten. So gibt es Regelungen, die beispielsweise Warengutscheine innerhalb bestimmter Grenzen steuerfrei oder pauschal besteuert und sozialversicherungsfrei, erlauben. Wer alle Möglichkeiten und Regeln kennt, kann davon profitieren und Mitarbeiter möglichst effizient belohnen.

Mitarbeitermotivation durch Lohnzuschläge

Zwar ist eine Lohnerhöhung mit einer höheren Steuerbelastung verbunden, arbeitet der Angestellte jedoch zu bestimmten Zeiten und Daten, sind Zuschläge auch steuerfrei möglich. Dies gilt zum Beispiel für die Arbeit an gesetzlichen Feiertagen. Hier dürfen Unternehmer bis 125 Prozent des Grundlohns steuerfrei extra zahlen. An den Weihnachtsfeiertagen, Heiligabend und dem 1.Mai besteht sogar die Möglichkeit bis zu 150 Prozent mehr steuerfrei zu gewährleisten. Bei Nachtarbeit (zwischen 0 Uhr und 4 Uhr, wenn vor 4 Uhr begonnen) und bei Sonntagsarbeit liegt der mögliche Zuschlag bei 40 beziehungsweise 50 Prozent.  

Auch bei notwendigen Arbeitsmitteln können Unternehmer ihren Angestellten Einiges erleichtern. Hierunter fallen unentgeltlich zur beruflichen Nutzung gedachte Arbeitsmittel wie etwa ein Laptop oder ein Mobiltelefon. So ist die private Mitbenutzung von diesen Geräten, unabhängig von der Nutzungsdauer durch den Arbeitnehmer und dem Verhältnis von beruflicher und privater Nutzung, steuerfrei. Ein Laptop selbst sowie Zubehör und Internetzugang, die der Unternehmer seinen Angestellten vergünstigt oder unentgeltlich zur Verfügung stellt, kann der Arbeitgeber pauschal mit 25 Prozent versteuern. Ebenfalls nicht unüblich ist ein Werkzeuggeld. Verwendet der Angestellte eigenes Werkzeug im Betrieb, so kann der Arbeitgeber ihm hierfür entstandene Kosten steuerfrei erstatten.  

Firmenwagen sind ebenfalls ein beliebtes Mittel um die Mitarbeitermotivation zu steigern. Diese sind lohnsteuerfrei, wenn der Wagen selbst vom Arbeitnehmer nur für Strecken genutzt werden darf, für die sonst Reisekosten entständen. Auch die Übernahme von Kosten für eine Mietgarage des Firmenwagens darf der Arbeitgeber steuerfrei gewähren, wenn dies im Interesse des Arbeitgebers liegt.

Geschenke, Aufmerksamkeiten und Rabatte

Auch Geschenke sind ein beliebtes Mittel, um an der Mitarbeitermotivation zu arbeiten. Hier gelten jedoch besondere Regelungen, an die sich Unternehmer halten sollten. So gilt für Aufmerksamkeiten eine Grenze von 40 Euro. Sachzuwendungen wie zum Beispiel Bücher, Getränke, Genussmittel und unaufwendige Speisen bis zu einem Wert von 40 Euro sind Aufmerksamkeiten, wenn sie im Rahmen eines besonderen persönlichen Ereignisses zugewendet werden. Geschenke, oder auch als Sachbezüge bezeichnet, sind bis zu einem Wert von 44 Euro pro Monat steuerfrei. Die Grenze von 44 Euro darf dabei allerdings in keinem Monat überstiegen werden, da ansonsten alle Sachbezüge zu versteuern wären.  

Auch Rabatte dürfen Arbeitgeber ihren Mitarbeitern gewähren. Für Produkte und Dienstleistungen, mit denen das Unternehmen selbst handelt, gilt ein Freibetrag in Höhe von 1.080 Euro pro Jahr.  

Vermögensbeteiligungen sind eine weitere Möglichkeit zur Belohnung und Mitarbeitermotivation. Unentgeltliche oder vergünstigte Sachbezüge in der Form von Aktien sind lohnsteuerfrei, wenn sie den Wert von 360 Euro im Jahr nicht übersteigen.

Mitarbeitermotivation durch Gesundheitsförderung

Ein anderer Weg zur Mitarbeitermotivation, von dem auch das Unternehmen selbst direkt profitiert, ist die Gesundheitsförderung. So können Unternehmer ihre Mitarbeiter unterstützen, in dem sie Kosten für eine Sehhilfe übernehmen, wenn der Arbeitnehmer zum Beispiel am Computerbildschirm arbeitet. Auch können Massagen im Betrieb steuerfrei angeboten werden, wenn sie direkt einer berufsbedingten Beeinträchtigung der Gesundheit entgegen wirken.  

Der grundsätzliche Freibetrag zur Gesundheitsförderung von Angestellten liegt bei jährlich 500 Euro pro Person. Mitgliedschaften bei Sportvereinen sind von der Steuerbefreiung jedoch ausgeschlossen. Der Unternehmer kann einen Zuschuss gewähren, wenn die angebotenen Maßnahmen des Vereins zur Prävention beitragen und von Krankenkassen anerkannt werden. Hierzu gehören zum Beispiel Bewegungsprogramme und Programme zur Stressbewältigung. Auch Vorsorgeuntersuchungen können steuerfrei sein, wenn sie für den Arbeitgeber von Interesse sind.

Betriebsfeiern, Fortbildungen und Reisen

Die Weihnachtsfeier ist bei vielen Unternehmern längst üblich. Insgesamt zwei Mal im Jahr können Betriebsfeiern steuerfrei abgehalten werden. Hierbei gilt die Freigrenze von 110 Euro pro teilnehmender Person zu beachten, in der auch eventuelle Geschenke fallen. Ab der dritten Betriebsveranstaltung im Jahr sind diese mit 25 Prozent zu versteuern. Wichtig ist, dass die Veranstaltungen für alle Angestellten des Betriebs zugänglich sind. Auch runde Jubiläen für Mitarbeiter sind steuerfrei, wenn die Feier im Interesse des Unternehmens liegt.  

Fort- und Weiterbildungen können die Mitarbeitermotivation erhöhen. Steuerfrei sind diese, wenn sie im Interesse des Arbeitsgebers durchgeführt werden, also um zum Beispiel die Leistung des Arbeitnehmers zu steigern. Fortbildungen sind hingegen nicht steuerfrei, wenn sie allein als Belohnung fungieren.  

Auch Dienstreisen lassen sich zugunsten des Arbeitnehmers organisieren. So kann der Unternehmer seinen Mitarbeitern erlauben, auf Dienstreisen erworbene Bonuspunkte privat anzurechnen. Hier gilt eine Freigrenze von 1.080 Euro im Jahr. Kosten die auf Dienstreisen entstehen, wie zum Beispiel für öffentliche Verkehrsmittel, Ferngespräche oder zusätzliche Versicherungen können dem Arbeitnehmer ebenfalls steuerfrei erstattet werden.  

Hat der Arbeitnehmer Kinder, die tagsüber betreut werden müssen, so bietet es sich an Beiträge für Kinderbetreuungseinrichtungen zu übernehmen. Denn auch diese Aufwendungen sind steuerfrei. Dies gilt sowohl für betriebsinterne als auch externe Einrichtungen.  

Quelle: Ecovis