Mittwoch, 10.02.2016
Arbeitsplätze im Unternehmen: Moderne Gestaltung motiviert das Personal.

Foto: König und Neurath

Arbeitsplätze im Unternehmen: Moderne Gestaltung motiviert das Personal.

 

 

Personal
Mitarbeiter: Arbeiten von überall

So richten Unternehmen mobile Arbeitsplätze ein

50 Prozent der Mitarbeiter wollen mehr Flexibilität. Deswegen sollten Unternehmen Arbeitsbedingungen verändern und mobil aufrüsten. Wie das (recht einfach) gelingt.

Klassische Büroarbeitsplätze haben ausgedient. Die starren und festen Einrichtungen werden durch technologisch flexible und innovative Arbeitsplätze verdrängt. Gefragt sind mobile Arbeitsplätze, weil Technologien wie Cloud-Services und mobile Endgeräte auch den Büroalltag bestimmen. Das ist das Szenario, das zahlreiche Studien und Experten von der veränderten Arbeitswelt in den Unternehmen zeichnen.

Wenn Unternehmen diese neue Strategie, die Arbeitsplätze und Mobilität zusammen bringen soll, umsetzen wollen, benötigen sie eine moderne IT-Ausstattung. Das ist die technologische Grundlage, ist Debra Ward, Geschäftsführerin EMEA von Condeco Software, überzeugt: „Technologie kann einen großen Einfluss auf die Produktivität des Arbeitsplatzes haben und damit auch auf die Menschen, die ihn nutzen.“

Investitionen für mobile Arbeitsplätze

Dann aber sind Investitionen für diese Veränderung der Arbeitsplätze notwendig. „Hot-Spots der Investitionstätigkeit sind ganzheitliches Management der IT-Arbeitsplatzumgebung und die Anpassung der IT-Security auf die mobilen Einsatzszenarien und Hardware“, sagt Carlo Velten, CEO von Crisp Research.

Allerdings muss der Mitarbeiter im Mittelpunkt der Planungen stehen. „Der Umstieg auf flexible Arbeitsstrukturen kann nur dann gelingen, wenn er auf die spezifischen Anforderungen der einzelnen Mitarbeiter abgestimmt ist“, betont Velten. Tatsächlich stehen flexible Arbeitszeiten an erster Stelle der Wunschliste von Mitarbeitern an Arbeitgeber. Das ist für jeden zweiten der von der Hannoverschen  Direktversicherung befragten Arbeitnehmer wichtig. Diesem Wunsch lässt sich durch neue Konzepte der Arbeitsplätze entsprechen.

Mobiler Arbeitsplatz: Voraussetzungen schaffen

Mobile Arbeitsplätze: Meetings mit externen Mitarbeitern lassen sich einfacher einrichten.

Foto: König und Neurath, Orgatec

Schon jetzt sind bereits rasch umsetzbare Angebote möglich, betont Ismet Gülkanat, Technologie-Experte von Cap-Gemini. Weil BYOD (Bring Your Own Device) in den meisten Unternehmen mittlerweile aus Gründen wie Datenschutz, Haftung, Lizenzrechte und Support auf Ablehnung stoßen, schlägt er diese Modelle vor:

CYOD (Choose Your Own Device): Arbeitgeber können ihre Mitarbeiter aus einer Liste von Smartphones, Notebooks oder Tablet  auswählen lassen. Die Kosten liegen beim Arbeitgeber. Eine private Nutzung ist aber nur nach einer Vereinbarung über die Sicherheitsrichtlinien möglich.

COPE (Corporate-Owned, Personally Enabled): Der Arbeitgeber kauft für einen Mitarbeiter ein Gerät und überlässt es ihm. Dafür muss der Arbeitnehmer die Installation und den Support des Geräts übernehmen. Das Gerät gehört dem Unternehmen, aber die Privatnutzung ist gestattet.

Rechtssicherheit stützt Arbeitgeber

In diesen Konzepten behält der Arbeitgeber die Rechte an den Systemen im Griff, wie Gülkanat betont. „Er kann bei den Sicherheitsanforderungen bestimmen, welche Geräte zur Verfügung gestellt werden.“ Auf diese Weise ist die private Nutzung besser einzugrenzen, als dies mit BYOD machbar wäre. Bei CYOD sind rechtliche Fragen einfacher festzulegen, weil die Geräte Eigentum des Arbeitgebers sind. „Bei COPE muss zusätzlich vertraglich festgehalten werden, wer für Schäden aufkommt. Die Belange des Unternehmens haben hier Vorrang.“

Doch solche rechtlichen Fragen sind kein Hindernis für die Bereitschaft der Mitarbeiter auch kurzfristig neue Technologien zu verwenden, wie eine Zukunfts-Studie von Ricoh herausgefunden hat. So glaubt die Hälfte der Befragten, dass sie im kommenden Jahrzehnt von ihren Arbeitgeber innovative Technologien erhalten. Zwei Drittel erwarten touch-basierte interaktive Geräte als Arbeitsinstrument und die Fähigkeit, alle Aufgaben per Spracherkennung ausführen zu können. Mehr als die Hälfte setzt auf den Einsatz von Augmented-Reality-Brillen.

Info

Vom Hightech sind Büromöbel noch weit entfernt

Die Ausstattung deutscher Büros lässt zu wünschen übrig. Das zeigt eine Studie des Verbandes Büro-, Sitz- und Objektmöbel. Bewegungsmangel und Lärm schaffen die meisten Probleme im Bürobereich:

Starre Vorgaben: Ein Drittel der Mitarbeiter muss mit wenig geeigneten Bürostühlen und Schreibtischen auskommen, die nicht mal kurzzeitige Arbeit im Stehen erlauben.

Arge Akkustik: Lärm macht jedem Fünften zu schaffen. In Großraumbüros klagt sogar ein Drittel der Beschäftigten über den zu hohe Geräuschpegel.

Krank durch Arbeit: Durch Stress und Bewegungsmangel sind acht Prozent der Mitarbeiter gesundheitlich hoch gefährdet.

Quelle: bso Verband Büro-, Objekt- und Sitzmöbel e.V