Montag, 09.08.2021

Marlene Mondorf

Vage Unzufriedenheit: Anke Wolf begleitet mit ihrem Kölner Beratungsunternehmen Anke Wolf Coaching & Consulting junge Talente sowie Top-Führungskräfte in Karrierefragen.

Personal
Kolumne: Auf der Couch

Soll ich bleiben oder soll ich gehen?

Gerade in der Pandemie, nach in vielen Fällen fast 1,5 Jahren Homeoffice, stellen sich viele Arbeitnehmer die Sinnfrage. Bei der Entscheidung kann ein Coaching helfen.

Sie haben keine Lust mehr auf Ihren Job, und die Frage „Soll ich bleiben oder gehen?“ schwirrt unüberhörbar im Kopf umher? Aber gerade jetzt in der Pandemie fällt es Ihnen schwer, eine gute Entscheidung zu treffen? Damit sind Sie nicht allein. Missstände verstärken sich in schwierigen Zeiten. Ein schlechter Führungsstil wird in der Krise selten besser, langweilige Arbeit wird im Homeoffice nicht spannender.

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Trotzdem ist es wichtig herauszufinden, ob Ihr Unmut durch die Pandemie bedingt ist und damit zeitlich begrenzt. Viele Menschen zweifeln im Moment ausgelaugt an ihrem Job. Stress und Einschränkungen, die wir jetzt erleben, sind ein Brennglas für eine bereits vage vorhandene Unzufriedenheit. Sie wird immer größer. Damit eine so wichtige Entscheidung wie ein Jobwechsel nicht aus einem diffusen Frustgefühl heraus getroffen wird, lautet meine erste Frage im Coaching deshalb immer: Was können Sie tun, damit es Ihnen in Ihrem aktuellen Job besser geht? Haben Sie zum Beispiel schon mit Ihrem Team das Problem besprochen? Haben Sie sich über interne Wechselmöglichkeiten informiert? Es geht hierbei nicht nur darum, das eigentliche Übel zu beheben, sondern auch darum, aktiv zu werden. Denn wer die Zügel in die Hand nimmt, entkommt der Opferrolle.

Können Sie keine Anzeichen für eine Besserung absehen und denken deshalb ernsthaft über einen Wechsel nach, dann empfehle ich die nächsten Schritte planerisch anzugehen. Entwickeln Sie zunächst eine deutliche Vorstellung von Ihrem Wunschjob. Informieren Sie sich dann über die aktuelle Situation in der Branche. So können Sie bewusst die richtigen Entscheidungen treffen. Ist Ihnen zum Beispiel ein sicheres Arbeitsumfeld wichtig, sollten Sie Industrien, die in der Pandemie gelitten haben, ausschließen oder aber mit der gewonnenen Klarheit entscheiden, dass Sie den Jobwechsel auf bessere Zeiten verschieben.

Ein festes Arbeitsverhältnis zu beenden ist ein Risiko in Pandemiezeiten. Wenn Sie über Ihren Wechselwunsch mit Freunden oder Familienangehörigen sprechen, die ebenfalls eher risikoscheu sind, müssen Sie nicht nur gegen Ihre eigenen Bedenken, sondern auch gegen die Zweifel Ihrer Lieben ankämpfen. Hilfreich ist es hier, sich mit Menschen auszutauschen, die Entscheidungen unter Unsicherheit leichter treffen. Das kann auch der Nachbar sein, der sich selbstständig gemacht hat. Dabei sollten Sie bedenken, dass die Ausgangslage dieser Person ganz anders als Ihre sein kann, zum Beispiel finanziell. Generell rate ich Ihnen zu überprüfen, wie lange Sie im schlechtesten Fall von Ihren Ersparnissen leben könnten. Im besten Fall gibt Ihnen das Ergebnis dieser Betrachtung viel Entscheidungsfreiraum. Gute Entscheidungen brauchen immer ihre Zeit und manchmal auch einfach den richtigen Zeitpunkt. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg in diesem Prozess.

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