Freitag, 14.10.2016
Fachexpertise spielt laut einer Studie hierzulande bei der Besetzung von Führungspositionen eine größere Rolle als Führungskompetenz.

Foto: Ingram Publishing/Thinkstock/Getty Images

Fachexpertise spielt laut einer Studie hierzulande bei der Besetzung von Führungspositionen eine größere Rolle als Führungskompetenz.

Personal
Fachexpertise statt Inspiration

Studie attestiert Managern fehlende Führungskompetenz

In einer internationalen Untersuchung bekommen deutsche Führungskräfte Bestnoten im fachlichen Bereich. Soft Skills werden vernachlässigt
Geht es um fachliche Belange, gelten deutsche Führungskräfte bei ihren Mitarbeitern als überaus kompetent. Nicht so positiv wird hingegen ihre Führungskompetenz bewertet.

In einer Studie des Beratungsunternehmens Willis Towers Watson, im Rahmen derer Arbeitnehmer in knapp 30 Ländern weltweit über ihre Führungskräfte befragt wurden, erreichen die deutschen Manager in fachlichen Fragen deutlich bessere Bewertungen als ihre Kollegen im Ausland. So liegen sie in den Kategorien "Steigerung des Unternehmenserfolges" und "Kostenkontrolle" 14 Punkte über dem Mittelwert der EMEA-Region (Europa, Naher Osten, Afrika), und neun beziehungsweise zehn Punkte über dem weltweiten Schnitt.

Mangel an Inspiration

Gleichzeitig mangelt es aber offenbar an Führungskompetenz. So attestiert hierzulande weniger als die Hälfte der befragten Mitarbeiter den Vorgesetzten, sie zu fördern. Im weltweiten Durchschnitt sagen dies sechs von zehn Befragten. Auch nehmen weniger Mitarbeiter hierzulande ihrer Geschäftsleitung ab, dass diese sich für ihr Wohlbefinden interessiert.

„Deutschen Managern fällt es schwer, ihre Mitarbeiter zu inspirieren“, heißt es dazu von Willis Towers Watson. Schließlich spiele hierzulande bei der Besetzung von Führungspositionen, anders als in anderen Ländern, vor allem die Fachexpertise und weniger die Führungskompetenz eine Rolle.
Info

Für die „Global Workforce Study“ wurden 31.000 Arbeitnehmer weltweit zu ihrem beruflichen Umfeld und ihrer individuellen Einstellung zu ihrer Tätigkeit befragt. Davon sind rund 1.500 Befragte in Deutschland tätig.