Mittwoch, 13.04.2011
Personal
Gesetzgebung

Thüringen bestraft Zeitarbeit

Seit Anfang April gibt es in Thüringen ein neues Gesetz, das Betrieben mit einem bestimmten Anteil an Zeitarbeitskräften die Wirtschaftsförderung entzieht oder vollständig streicht.

Ende März hatte der thüringische Wirtschaftsministers Matthias Machnig den neuen Weg präsentiert. Künftig sollen Unternehmen, die mit einem Zeitarbeiteranteil zwischen 10 und 30 Prozent nur noch den Basisfördersatz erhalten. Oberhalb von 30 Prozent entfällt der Zuschuss ganz. Neue Arbeitsplätze sollen nur dann gefördert werden, wenn es sich nicht um neue Zeitarbeitsstellen handelt. Der Minister erklärte, dass Zeitarbeit Lohndumping fördere und Stammbelegschaft verdränge. Nach Angaben des Ministers ist innerhalb eines Jahres die Zahl der Zeitarbeiter in Thüringen um fast 50 Prozent auf mehr als 27.000 gestiegen.

Martin Kannengiesser, Verbandspräsident von der Gesamtmetall sagte gegenüber der F.A.Z: “Ich halte das für einen sehr gefährlichen Weg.” Der Minister würde letztlich der Initiative Thüringen selbst schaden, da Unternehmen sich künftig die Frage stellen, ob sie an diesem Standort noch dauerhaft verlässliche Rahmenbedingungen vorfinden.

“Die Verteufelung von Zeitarbeit”, sagte Kannengiesser, zeuge von der Unkenntnis über das Funktionieren der Wirtschaft. Denn es würde ein Mindestmaß an Flexibilität benötigt, um die zunehmenden konjunkturellen Schwankungen in einer globalisierten Ökonomie abzufedern.

Quellen: F.A.Z, Markt und Mittelstand

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