Dienstag, 24.07.2012
Personal
Fachkräfte

Ungenutztes Mitarbeiterpotenzial

Knapp 19 Prozent der Akademiker sind überqualifiziert, für den von ihnen ausgeübten Beruf. Die Beschäftigung unterhalb der Qualifikation ist ein weit verbreitetes Phänomen.

17, 2 Prozent der  Nicht-Akademikern und 18,9 Prozent der Akademiker werden unterhalb ihrer erworbenen Qualifikation beschäftigt. Der Anteil der Akademiker, die für ihren ausgeübten Beruf überqualifiziert sind, hat sich seit Mitte der 1980er Jahre deutlich erhöht. Von 11 Prozent im Jahr 1984 stieg deren Anteil auf heute fast 19 Prozent. Dies geht aus der Studie der Universität Hohenheim hervor, die im Auftrag der IG Metall Baden-Württemberg  erstellt wurde. Die Untersuchungsergebnisse basieren auf einer Auswertung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) der Jahre 1984 bis 2010. Für das SOEP werden jährlich über 20.000 Personen aus rund 11.000 Haushalten im Auftrag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zu Einkommen, Erwerbstätigkeit, Bildung oder Gesundheit befragt.

Ursachenforschung

Die Gründe sind vielfältig. Sie reichen von unterschiedlichen Erfolgsaussichten bei den einzelnen Ausbildungs- und Studiengänge, über Benachteiligungen im Beruf (z.B. Migrationshintergrund) oder atypische Beschäftigungsverhältnisse (Befristungen, Teilzeit, Mini-Jobs). Einen weiteren Grund für die unzureichende Nutzung des Mitarbeiterpotenzials sieht Ralf Rukwid, Autor der Studie, darin, dass Unternehmen die vorhandene Qualifikationen nur unzureichend nutzen. So dürfe der Ingenieur nicht entwickeln, sondern bliebe in der Verwaltung.

Mitarbeitern Entwicklungsmöglichkeiten bieten

„Eine Möglichkeit zur Verhinderung aber auch zum Abbau von Fehlqualifikationen stellen Weiterbildungsmaßnahmen dar“, betont Ralf Rukwid, Autor der Studie. Besonders wichtig sei es Frauen, Ausländer und Personen mit Migrationshintergrund, ältere Arbeitskräfte, Erwerbstätige in Teilzeitanstellung adäquat zu fördern. Auf diese Weise ließen sich individuelle und wirtschaftliche Nachteile lindern.  Rückendeckung erhält er von Jörg Hofmann, IG Metall-Bezirksleiter: „Die Beschäftigten müssen stärker als bisher die Chance erhalten, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten bei der Ausübung ihres Berufes auch tatsächlich einzubringen und weiterzuentwickeln.“ Er fordert die Unternehmen auf, atypische Beschäftigungsformen soweit möglich zu vermeiden, die Aufstiegsmobiliät im Unternehmen zu fördern sowie die Kompetenzen und Fähigkeiten der Mitarbeiter zu erkennen und zu fördern, indem den Mitarbeitern individuelle Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

Quelle: IG Metall, Markt und Mittelstand

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