Donnerstag, 05.04.2012

Fotoquelle: Nataliia Kozlova/Thinkstock/Getty Images

Viel wird über ihn gesprochen, doch wie ist er nun, (un)schuldiger Mittelstand?

Personal
Werte sind nur Schall und Rauch

(Un)schuldiger Mittelstand

Das Arbeitsrecht lässt Gestaltungsspielraum. Für die einen sind es rechtliche Grauzonen, für die anderen kleine Methoden, um Mitarbeiter los zu werden. So oder so, auch im Mittelstand sind diese verbreitet.

Eine Kündigung bringt immer Ärger mit sich. Schon deshalb, weil der Kündigungsschutz in Deutschland sehr arbeitnehmerfreundlich geregelt ist. Einen Angestellten mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag wieder los zu werden, ist schwierig, gar unmöglich.
Aber es gibt Mittel und Wege den Mitarbeiter zu feuern, auch wenn kein Verschulden vorliegt.

Private Telefonate, kleinliche Verstöße gegen die Reiseordnung oder der angeblich falsche Ton gegenüber einem Vorgesetzten sind dann willkommene Anlässe zu Abmahnung. Alles harmlos. Härter wird es, wenn Druck hinter den Türen ausgeübt wird, gezielt Kollegen aufgestachelt oder mit Schadensersatzklagen gedroht wird. Eine Möglichkeit ist auch den Arbeitsplatz in ein dunkles Kämmerlein zu verlegen, keine Aufgaben oder gleich viel zu viele Aufgaben zu vergeben und so mürbe zu machen.

Ja, auch das ist Mittelstand. Der Mittelstand, so sehr er gelobt und von allen Seiten geliebt wird, befindet sich nicht auf der Insel des alleinseligmachenden. Auch hier kommt eben wie im richtigen Leben einfach alles vor. Damit ist „der“ Mittelstand ebenso wenig dafür verantwortlich wie er unschuldig ist. Schließlich ist jeder Unternehmer nur für sich verantwortlich. Welche Werte er gut heißt und welche nicht, sind doch unwichtig. Nur das tatsächliche Verhalten zählt doch.