Montag, 19.05.2014
Gestaltungsspielraum ist Fachkräften wichtiger als das Gehalt.

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Gestaltungsspielraum ist Fachkräften wichtiger als das Gehalt.

Personal
Ein kooperatives Arbeitsklima ist wichtiger als das Gehalt

Unternehmenskultur überzeugt Fachkräfte

Die deutliche Mehrheit der jungen Fachkräfte in der Industrie achtet gezielt auf ein gemeinschaftliches und freundliches Arbeitsklima. Ein hohes Gehalt ist nur für 28 Prozent der Berufseinsteiger ausschlaggebend bei der Arbeitgeberwahl.

Mit 87 Prozent strebt  der Großteil der jungen Fachkräfte in der Industrie in den ersten Berufsjahren vor allem ein kooperatives Arbeitsklima an. Darauf folgt, mit 66 Prozent, ein großer Gestaltungsspielraum und 56 Prozent wünschen sich in den ersten Berufsjahren insbesondere attraktive Aufstiegsperspektiven.
Da fast die Hälfte der Manager aus Industrieunternehmen die Gewinnung von technisch und wissenschaftlich versierten Fachkräften als die größte Herausforderung bezeichnen, wird die Frage danach, wie Mittelständler die gefragten Kandidaten von sich überzeugen können stetig relevanter.

Wichtiger als das Gehalt sind den jungen Arbeitnehmern außerdem Erfolg, Image und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens (47, 34 und 34 Prozent). Ein überdurchschnittliches Einkommen ist nur für 28 Prozent der jungen Arbeitnehmer bei der Arbeitgeberwahl ausschlaggebend. Das ist das Ergebnis der Studie „Industrie-Innovationsindex“ vom Spezialchemiekonzern Altana, der das Forsa Institut beauftragt hat 250 Topentscheider sowie 250 Berufseinsteiger in deutschen Industrieunternehmen zu befragen.

Fachkräfte wollen „Dialog auf Augenhöhe“

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass die neue Generation der Fachkräfte selbst zu einem kooperativen Arbeitsklima beiträgt, und zwar deutlich stärker als die etablierten Manager. So tauscht sich fast jeder zweite Berufseinsteiger im Arbeitsalltag mit anderen Abteilungen aus. Jedoch nur knapp jeder fünfte Manager kann das für sich uneingeschränkt bejahen. Dabei halten die Geschäftsführer die Förderung von abteilungsübergreifendem Austausch mit 58 Prozent für das wichtigste Element einer Innovationskultur: „Qualifizierte Bewerber verlangen einen Dialog auf Augenhöhe. Innovative Ideen entstehen oft nur im hierarchie- und abteilungsübergreifenden Dialog mit Kollegen“, sagt Dr. Matthias L. Wolfgruber, Vorstandsvorsitzender der Altana AG.

Unternehmen, die dieses Potenzial erkennen und gezielt fördern, seien nicht nur im Kampf um die besten Fachkräfte besser bestellt, sondern seien auch in Sachen Innovationskraft in der Lage sich vom Wettbewerb abzusetzen. Die Industrieunternehmen müssen sich deshalb auf Kommunikationsgewohnheiten der neuen Generation einstellen.

Gestaltungsspielraum ist den Fachkräften wichtiger als Gehalt

Beim Thema Gestaltungsspielraum klafft zurzeit noch eine große Lücke zwischen Theorie und Praxis. Während 54 Prozent der Unternehmensverantwortlichen mit „Innovationskultur“ einen ausreichenden Freiraum für Mitarbeiter für wichtig halten, gestehen nur zwölf Prozent der Unternehmen ihren Mitarbeitern im Alltag tatsächlich eigenen Handlungsspielraum zu.

„Fördert ein Industrieunternehmen aktiv eine Unternehmenskultur, die ein kooperatives Arbeitsklima schafft und Handlungsspielraum auf allen Ebenen zulässt, wirkt sich das auch auf seine Arbeitgeberattraktivität sehr positiv aus“, sagt Jörg Bauer, Personalleiter und Mitglied der Unternehmensleitung von Altana. Ein hohes Gehalt und ein bekannter Name allein reiche nicht mehr aus, um junge Talente für sich zu gewinnen.

Junge Fachkräfte sehen Innovationskultur am ehesten durch die Förderung  von Kreativität und Erfindungsgeist entstehen. Aus ihrer Sicht legen aber nur 23 Prozent der Unternehmen darauf Wert.

Junge Fachkräfte sehen Innovationskultur am ehesten durch die Förderung von Kreativität und Erfindungsgeist entstehen. Aus ihrer Sicht legen aber nur 23 Prozent der Unternehmen darauf Wert.