Montag, 22.01.2018
Lange da: Viele Unternehmer arbeiten deutlich über 50 Stunden in der Woche

Foto: IPGGutenbergUKLtd/Thinkstock/GettyImages

Lange da: Viele Unternehmer arbeiten deutlich über 50 Stunden in der Woche

Personal
Studien zur Work-Life-Balance

Unternehmer stecken im Privatleben zurück, Arbeitnehmer im Job

Sowohl Chefs als auch ihre Mitarbeiter fühlen sich häufig überarbeitet. Das zeigen zwei aktuelle Studien. Doch nur eine Gruppe zieht daraus den Schluss, in Zukunft etwas kürzer zu treten.

Eigentlich würden sich sowohl Unternehmer als auch Angestellte mehr Zeit für Familie und Privatleben nehmen. Doch die Praxis sieht anders aus, wie zwei aktuelle Studien zeigen. Demnach reagieren die beiden Gruppen höchst unterschiedlich: Während Unternehmer an einem hohen Arbeitspensum festhalten, denken ihre Mitarbeiter zunehmend um.

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60 Prozent der Geschäftsführer und Inhaber, die von „The Alternative Board“ befragt wurden, geben an, durchschnittlich 50 bis mehr als 70 Stunden pro Woche für die Firma im Einsatz zu sein. Das geht bei 58 Prozent zulasten des Familien- und Privatlebens, obwohl 80 Prozent genau eine solche Vereinbarkeit anstreben. Mehr als die Hälfte von ihnen gönnt sich nur wenige Tage Urlaub im Jahr. Dafür zahlen die Unternehmer einen hohen Preis: 57 Prozent fühlen sich manchmal gestresst, erschöpft oder ausgebrannt. 45 Prozent können nicht mehr abschalten.

Um dieses Schicksal zu vermeiden, wollen immer mehr Arbeitnehmer wiederum Komplexität und Mehrbelastungen aus dem Job heraus nehmen. Einer repräsentativen Studie des Personaldienstleisters Manpower Group zufolge, wollen immer weniger Angestellte mehr Verantwortung übernehmen: Hatten diesen Wunsch 2017 noch 14 Prozent, planen dies für das laufende Jahr noch 11 Prozent. Und lediglich 7 Prozent (2017: 12 Prozent) streben noch eine Beförderung an. 18 Prozent wollen hingegen weniger arbeiten – ihr Anteil stieg deutlich um fünf Prozentpunkte. Ein Drittel der Befragten will die Arbeit zumindest lockerer sehen. „Viele Angestellte wünschen sich eine bessere Balance zwischen beruflichen und privaten Zielen“, erklärt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der Manpower Group Deutschland. Die Karriereleiter zu erklimmen sei kein Ziel mehr an sich, wenn der Rahmen nicht stimme.