Montag, 17.01.2011
Personal

Vorbehalte gegen Mütter als Arbeitnehmerinnen

45 Prozent der Unternehmen weltweit planen Neueinstellungen. Doch der Anteil der Unternehmen, die Mütter einstellen wollen, ist im Vergleich zum Vorjahr um ein Fünftel zurückgegangen.

In Deutschland will sogar ein Drittel weniger Mütter einstellen, geht aus einer aktuellen Regus-Umfrage hervor. 2010 planten international noch 44 Prozent der Unternehmen, mehr Mütter einzustellen, 2011 sind es nur noch 36 Prozent. In Deutschland ist dieser Trend noch ausgeprägter: Zwar wollen hier 49 Prozent der Unternehmen ihre Belegschaft aufstocken, doch nur 33 Prozent würden Mütter einstellen. 2010 waren es noch 48 Prozent.
37 Prozent der befragten Unternehmer befürchten, dass berufstätige Mütter weniger engagiert und flexibel sind als andere Mitarbeiter. 33 Prozent der deutschen Unternehmer unterstellen den Müttern mangelnde Flexibilität. Ein Drittel glaubt darüber hinaus, dass Mütter kurze Zeit nach der Einarbeitung das Unternehmen wieder verlassen könnten, um ein weiteres Kind zu bekommen. Außerdem vermuten 24 Prozent der Unternehmen, dass die Fähigkeiten von zurückkehrenden Müttern nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprechen könnten.

Erfolgreiche Unternehmen nutzen Erfahrungen von Müttern

Angesichts der Studienergebnisse vermutet Michael Barth, Deutschland-Geschäftsführer von Regus, dass Vorurteile und voreingenommene Verhaltensweisen mit dem Sparkurs der Wirtschaft Auftrieb bekommen haben.„Erfolgreiche Unternehmen erkennen, dass sie ein familienfreundlicheres und gleichzeitig produktiveres Arbeitsumfeld schaffen können, wenn sie ihren Mitarbeitern ermöglichen, zu flexibleren Zeiten oder in unmittelbarer Nähe des Wohnortes zu arbeiten“, setzt Barth den Vorurteilen entgegen.
„Wenn Unternehmen erkennen, dass die Anforderungen berufstätiger Mütter an ihren Arbeitsplatz nicht außergewöhnlich sind und sich die Arbeitsbedingungen sogar auf die gesamte Belegschaft anwenden lassen, können sie ihre Produktivität steigern, Betriebskosten senken und die Mitarbeitermotivation fördern.“
Immerhin 72 Prozent der Unternehmen habe die Erfahrung gemacht, dass Frauen, die nach ihrer Mutterschaft als Teilzeitkraft ins Unternehmen zurückkehren, einen wertvollen Teil der Belegschaft darstellen. 56 Prozent sind davon überzeugt, dass berufstätige Mütter über Erfahrungen und Fähigkeiten verfügen, die nur schwer auf dem Arbeitsmarkt zu finden sind.
Quellen: Regus, Markt und Mittelstand

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