Montag, 14.05.2012
Personal
Konjunktur und Inflation

Warnung vor steigender Inflation

Die Inflation ist niedrig in Deutschland. Einige Experten warnen vor Faktoren, die die Preise nach oben treiben.

Die gute Konjunktur in Deutschland drückt auf die Preise. Mit einer Kapazitätsauslastung von 85 Prozent bleibt die Nachfrage lebhaft. Die deutsche Arbeitslosenquote beträgt nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 7 Prozent. Daraus ergeben sich bereits Knappheiten auf dem Arbeitsmarkt. Das Münchner Ifo-Institut spricht von einem steigenden Preisdruck. Durch die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt können Gewerkschaften und Arbeitnehmer höhere Lohnforderungen durchsetzen. Im ersten Quartal betrug die Inflationsrate 2,16 Prozent; im Euroraum lag die Preissteigerung bei 2,69 Prozent.

Immobilien vestärkt nachgefragt

Auch das Hamburger Weltwirtschaftsinstitut warnt vor einer Inflation. Viele Deutsche würden ihr Geld in Immobilien anlegen, so dass auch auf dem Immobilienmarkt die Preise nach oben getrieben würden. Laut einer Umfrage der Commerzbank wohnen 59 Prozent der Deutschen in den eigenen vier Wänden. 2010 waren es erst 55 Prozent. In den vergangenen zwei Jahren ging der durchschnittliche Zins für Immobilienfinanzierungen mit zehnjähriger Bindung um rund ein Prozent zurück.
Zwar pocht die Deutsche Bundesbank darauf, dass die Inflation dem Stabilitätsziel entspricht, sprach aber gegenüber dem Finanzausschuss des Bundestages davon, dass Deutschland in naher Zukunft im Vergleich zum Euroraum überdurchschnittlich steigende Preise aufweisen könne. Dies ging allerdings der Aussage voraus, dass Löhne und Preise in den südeuropäischen Ländern schwächer steigen müssten, damit diese Länder international wieder wettbewerbsfähig werden würden. Daraufhin sprach der deutsche Boulevard von „Inflationsalarm! Bundesbank weicht den Euro auf“. Die Bundesbank betonte daraufhin, dass die Geldwertstabilität ein unverrückbares Ziel sei.

Quellen: F.A.Z., Manager Magazin, Markt und Mittelstand

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