Donnerstag, 21.07.2016
Dürfen Sie am Arbeitsplatz rauchen, auf Ihren Geburtstag mit Alkohol anstoßen oder privat telefonieren? Markt und Mittelstand erklärt, was am Arbeitsplatz rechtens ist und was gar nicht geht.

Fotoquelle: oorka/Thinkstock/Getty Images

Dürfen Sie am Arbeitsplatz rauchen, auf Ihren Geburtstag mit Alkohol anstoßen oder privat telefonieren? Markt und Mittelstand erklärt, was am Arbeitsplatz rechtens ist und was gar nicht geht.

Personal
Der grosse Job-Check

Was ist erlaubt am Arbeitsplatz?

Ob Rauchen im Büro, die Geburtstagsfeier mit Kollegen oder der Hund unter dem Schreibtisch – Millionen Arbeitnehmer in Deutschland fragen sich: Was darf ich rechtlich, und was nicht? Markt und Mittelstand klärt auf, was am Arbeitsplatz erlaubt ist und wann eine Kündigung droht.

Der Schockwerbung auf den Zigarettenschachteln zum Trotz: Fast ein Viertel der bundesdeutschen Bevölkerung über 14 Jahren raucht  - mehr als 17 Millionen Menschen. Das hat das Institut für Demoskopie Allensbach herausgefunden. Darf der Arbeitgeber die Raucherpausen oder gar das Rauchen im Unternehmen insgesamt verbieten?

anyaberkut/iStock/Getty Images

Rauchen am Arbeitsplatz: Was ist erlaubt?

Ein Arbeitgeber kann sich entschließen, ein Rauchverbot auf das gesamte Betriebsgelände einzuführen, doch wäre das nicht ratsam. Warum das so ist und was Raucher sowie Nichtraucher machen können, um den Arbeitsalltag unproblematisch zu gestalten, im Folgenden.

Wer einen Konflikt mit dem Arbeitgeber vermeiden möchte, aber auf das Rauchen nicht verzichten kann, hat nur eine Alternative: die elektrische Zigarette. Beim Rauchen einer E-Zigarette wird kein Tabak verbrannt. Daher fällt sie nicht unter das Nichtraucherschutzgesetz – und weil sie nicht darunter fällt, hat der Arbeitgeber wenig Handhabe, sie zu verbieten.

E-Zigarette am Arbeitsplatz: Was ist erlaubt?

Das Rauchen von Zigaretten in den allgemeinen Büroräumen ist längst gesetzlich untersagt. Mit der E-Zigarette entfacht allerdings erneut eine Diskussion darüber, ob am Arbeitsplatz „gedampft“ werden darf oder nicht.

Gut jeder dritte Berufstätige in Deutschland dekoriert in irgendeiner Form seinen Arbeitsplatz. Das ergab eine Umfrage des Marktforschungsinstitutes Yougov. Am beliebtesten sind Fotos der Familie oder von Freunden, aber auch Fanartikel der favorisierten Fußballmannschaft oder Blumen finden sich häufig. Nicht jedem Chef gefällt das. Muss er es trotzdem dulden – oder kann er es verbieten? Und wo sollte er besser kein Auge zudrücken?

Für Unternehmen sind Verbote arbeitsrechtlich ein heikles Terrain: So gibt es in Deutschland kein generelles gesetzliches Alkoholverbot am Arbeitsplatz. Und doch empfiehlt es sich für Chefs, im Betrieb ein Alkoholverbot einzuführen, sonst drohen schnell deftige Schadensersatzansprüche.

Alkohol am Arbeitsplatz: Was ist erlaubt?

Man wird doch wohl mal einen heben dürfen: Jubiläen, Geburtstagsfeiern und Beförderungen liefern immer einen Grund für ein Glas Sekt. Doch Alkohol am Arbeitsplatz bewegt sich in rechtlichen Grauzonen. Markt und Mittelstand hat zusammengestellt, was gestattet ist und was nicht.

Wie viel Wohlfühlfaktor sollte der Arbeitgeber also seinen Mitarbeitern ermöglichen? Deren Bedürfnisse sind ebenso unterschiedlich wie die Rechtslage komplex. Der eine will rauchen oder mit Kollegen anstoßen. Beim anderen hängt die Zufriedenheit an anderen Dingen: Darf etwa der geliebte Vierbeiner mit an den Arbeitsplatz, darf man während der Arbeit Radio hören – und wenn ja, wie laut –, und ist das Essen beim Arbeiten erlaubt?

Essen, Musik, Tiere am Arbeitsplatz: Was ist erlaubt?

Musik hören oder den Hund mitbringen - am Arbeitsplatz wollen sich Mitarbeiter wohl fühlen. Doch so manche Annehmlichkeit stört die Abläufe der Kollegen oder gar Kundengespräche. Markt und Mittelstand gibt einen Überblick, was im Büro erlaubt ist.

Wer auf die Mittagspause verzichtet, darf früher Feierabend machen – das glauben viele. Doch auch hier gilt: Arbeitgeber, aufgepasst! Denn das Gesetz kennt kein Pardon. Unternehmen müssen darauf achten, dass ihre Mitarbeiter die arbeitsrechtlich vorgeschriebenen Pausen einhalten. Sonst kann es teuer werden.

Pausen am Arbeitsplatz: Was ist erlaubt?

Wer kennt das nicht: Während der Berg an Arbeit wächst, schrumpfen die Pausen. Vor allem junge Berufstätige verzichten heute auf eine kurze Auszeit am Mittag und arbeiten „durch“. Was nach Engagement klingen mag, kann für den Arbeitgeber Bußgelder bis zu 15.000 Euro bedeuten.

Ob der Anruf bei der Kita, der Telefontratsch oder die abendliche Verabredung zum Bier: Ist privates Telefonieren während der Arbeit gestattet, und in welchem Umfang? Darf der Chef die Menge und Länge der privaten Telefonate überhaupt kontrollieren?

Privates Telefonieren am Arbeitsplatz: Was ist erlaubt?

Privates Telefonieren am Arbeitsplatz: Was ist erlaubt?Jeder tut es, dabei darf es kaum einer: Privates Telefonieren am Arbeitsplatz gehört zur täglichen Praxis, ist aber rechtlich nicht gestattet. Wer es dennoch tut, muss mit harten Konsequenzen rechnen.

Telefonkontrollen am Arbeitsplatz: Was ist erlaubt?

Mitarbeiter führen nicht selten private Telefonate am Arbeitsplatz. Das ist rechtlich nicht erlaubt, doch darf der Arbeitgeber deshalb auch die Telefonate mithören oder gar aufzeichnen? Wie viel Telefonkontrolle gestattet ist.

Wenn die private Korrespondenz partout nicht bis zum Feierabend warten kann: Sollte man dann lieber auf E-Mails zurückgreifen? Das merkt der Chef weniger als privates Telefonieren. Doch Vorsicht: Die private Nutzung eines dienstlich zur Verfügung gestellten Internetzuganges ist grundsätzlich unzulässig. Surft der Arbeitnehmer im Netz, verletzt er seine arbeitsvertraglichen Verpflichtungen.

Privates Internet am Arbeitsplatz: Was ist erlaubt?

Mal kurz zu Facebook oder eine außerdienstliche E-Mail verschicken – die private Internetnutzung am Arbeitsplatz sorgt in Unternehmen für hitzige Diskussionen. Ein Arbeitsrechtler klärt auf, ob und wie viel Privates Internet rechtlich erlaubt ist.

Ist die Übersicht vollständig, oder fehlt Ihnen etwas? Wenn Sie weitere Fragen haben, ob und was am Arbeitsplatz erlaubt ist, schreiben Sie uns: redaktion@marktundmittelstand.de