Freitag, 13.03.2020
Personal
In eigener Sache

Welche Auswirkungen das Coronavirus auf den F.A.Z.-Fachverlag hat

Liebe Leserinnen und Leser, Unternehmen sprechen viel über Verantwortung und „Purpose“. Auch wir, der F.A.Z.-Fachverlag, verfolgen zwei übergeordnete Ziele: Gegenüber unseren Lesern und Kunden stehen wir als Informationsanbieter „Für kluge Entscheidungen“ – und mit unseren Mitarbeitern wollen wir „Gemeinsam wachsen“. Das Coronavirus wirft auf beide Grundsätze ein unverhofftes Schlaglicht.
Armin Häberle, Herausgeber „Markt und Mittelstand“

Armin Häberle, Herausgeber „Markt und Mittelstand“

Als moderner Fachverlag sind Veranstaltungen – über 70 pro Jahr – ein wesentlicher Bestandteil unseres Angebots. Mehr als 5.000 Teilnehmer und hunderte Partner schätzen unsere Plattformen zum Informationsaustausch und zur Vernetzung. Für den Verlag sind sie als Erlösquelle essentiell. Was ist vor diesem Hintergrund eine „kluge Entscheidung“, wie kann man „gemeinsam wachsen“, wenn Veranstaltungen innerhalb weniger Tage vom Asset zur Liability werden, vom Aushängeschild zum virologischen Problemfall? Es ist legitim, Veranstaltungen mit begrenzter Teilnehmerzahl auch in Zeiten von Corona durchzuführen. Teilnehmer, Partner und Mitarbeiter arbeiten lange gemeinsam auf sie hin. In die Vorbereitung fließen viel Zeit, Geld und Engagement. Bei uns und bei unseren Dienstleistern hängen Arbeitsplätze daran.  

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Es ist aber genauso legitim, selbst kleine Veranstaltungen präventiv abzusagen. Wenn nur ein einziger Gast infiziert ist, sitzen alle Teilnehmer für zwei Wochen in Quarantäne fest. Die Gesundheit geht vor. Wer aber steht für die entstandenen Aufwände und die nicht erfüllten Erwartungen gerade – und finanziell ein? Teilnehmer erhoffen sich neue Impulse, Sponsoren versprechen sich neue Kundenkontakte, der Verlag strebt nach zufriedenen Partnern. 

Kurzum: Wer trägt die Kosten im Fall einer Absage? Wer die Verantwortung im Fall einer Ansteckung? Und wer entscheidet, welches Interesse überwiegt?

Als F.A.Z.-Fachverlag suchen wir mit allen unseren Mitarbeitern und Partnern nach der jeweils besten Lösung. Das bedeutet eine gemeinsame Kraftanstrengung weit jenseits der üblichen Geschäftsbeziehungen. Manche Partnerschaft wird dadurch belastet, die meisten aber gehen aus dem gemeinsamen Bemühen gestärkt hervor. Einige Veranstaltungen werden wir durchführen, andere verschieben, und wieder andere überführen wir in digitale Formate, die für uns und unsere Partner zum Teil ein Novum sind.

Schon jetzt zeigt sich – und das ist nicht als Plattitüde gemeint: Die Corona-Krise kann auch ein Katalysator sein – für neue Ideen und mutige Ansätze. Für Verlage, Unternehmen, Volkswirtschaften. Nicht alles wird reibungslos verlaufen, manches wird misslingen. Anderes aber funktioniert vielleicht besser, als man erwartet hätte – und hat das Zeug zum Erfolgsmodell auch für die Zukunft.  

Nirgendwo in unseren Unternehmenszielen steht, dass „Gemeinsam wachsen“ einfach und „Kluge Entscheidungen“ offensichtlich seien. Das haben wir auch nicht erwartet. Schon jetzt aber wachsen unsere Mitarbeiter jeden Tag ein bisschen über sich hinaus und stemmen sich gemeinsam gegen eine in dieser Vehemenz unerwartete Herausforderung. Und schon jetzt treffen überall in Deutschland unsere Leser, Kunden und Partner Entscheidungen in großer Ungewissheit, aber nach bestem Wissen und Gewissen und nach kluger Abwägung aller Optionen.

 

Wir fühlen uns daher nicht nur in unseren Unternehmenszielen bestätigt, sondern sind vor allem entschlossen, unserer Verantwortung gerecht zu werden: Lassen Sie uns gemeinsam gestärkt aus der „COVID-19“-Krise hervorgehen!

Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Lesern, in dieser herausfordernden Zeit viel Kraft und Erfolg!

 

Mit herzlichen Grüßen

 

Armin Häberle

Herausgeber „Markt und Mittelstand“