Montag, 24.06.2019
Das Hemd ist durchgeschwitzt: Die Bundesanstalt für Arbeitssicherheit und Arbeitsmedizin empfiehlt Unternehmen, im Hochsommer die Kleiderordnung zu lockern.

Foto: Creatas/Thinkstock/Getty Images

Das Hemd ist durchgeschwitzt: Die Bundesanstalt für Arbeitssicherheit und Arbeitsmedizin empfiehlt Unternehmen, im Hochsommer die Kleiderordnung zu lockern.

Personal
Kühlen Kopf bewahren

Was Arbeitgeber gegen die Hitze am Arbeitsplatz machen können

Ventilatoren, ausreichend Getränke und flexiblere Arbeitszeiten: Die Hitze hat Deutschland im Griff – aber das Geschäft muss weitergehen. Wir haben einige Tipps gesammelt, wie Unternehmen ihren Mitarbeitern die Arbeit im Sommer erleichtern können.

Arbeitnehmer haben es nicht so gut wie die Kinder. Denn für die Beschäftigten gibt es kein Hitzefrei. Auch bei hohen Temperaturen müssen sie arbeiten. Grundsätzlich hat der Arbeitgeber zwar eine Fürsorgepflicht. Doch zur Abhilfe gegen die Hitze ist er nur bedingt verpflichtet.

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So sind Ventilatoren und Klimaanlagen an deutschen Arbeitsplätzen auch heute eher eine Seltenheit. Lediglich jeweils jeder Zehnte gab in einer repräsentativen Yougov-Umfrage vor vier Jahren an, auf diese Weise Kühlung im Büro oder in der Werkstatt zu erhalten. Ebenso viele gaben in der Umfrage an, bei Hitzewellen bewusst weniger zu arbeiten.

Tipps der BG Bau

Aber was, wenn die Arbeit nun einmal erledigt werden muss? Was können Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Hochsommer für den Hitzeschutz unternehmen? Folgendes rät zum Beispiel die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) Arbeitgebern:

  • Arbeitszeiten an die Sonnenstrahlung anpassen, zum Beispiel die Morgen- oder Abendstunden nutzen
  • Arbeitsplätze mit Schattenspendern versehen
  • Baumaschinen und Fahrzeuge mit Klimaanlagen bereitstellen
  • für eine gute Belüftung der Arbeitsbereiche sorgen
  • ausreichend Getränke zur Verfügung stellen

Den Angestellten selbst rät die BG Bau etwa, Sonnencreme und Sonnenbrillen zu benutzen.

Was Sie sonst noch tun können

Die Bundesanstalt für Arbeitssicherheit und Arbeitsmedizin (Baua) stellt in einem Faltblatt Tipps vor. Sie rät Unternehmen unter anderem, die Kleiderordnung zu lockern sowie Klimaanlagen oder Ventilatoren aufzustellen.

Der Tüv Süd erklärt in diesem Zusammenhang, Tischventilatoren seien ideal für den Arbeitsplatz. „Sie sind deutlich kleiner als Standlüfter, erzielen aber ähnlich gute Ergebnisse, da sie sehr nah aufgestellt werden können“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung. Grundsätzlich sei beim Kauf zu beachten, dass der Geräuschpegel unter 45dB liege. Sonst ist es zwar einigermaßen kühl – aber eben auch sehr laut.

Kümmert sich der Arbeitgeber darum und überlässt dies nicht seinen Mitarbeitern (und toleriert anschließend deren Eigeninitiative), macht er sich beliebt. Und er ist auch auf der juristisch richtigen Seite, was die Sicherheit angeht. Denn die sogenannte Betriebssicherheitsverordnung schreibt eine Sicherheitsüberprüfung für alle am Arbeitsplatz eingesetzten elektronischen Geräte vor. Zu denen gehören alle Frischluftspender – vom einfachen Papierfächer abgesehen.

Keine Gefahr dürfte an den meisten Arbeitsplätzen hingegen von einer Erfrischung ausgehen. Und mit einem Eis für die Belegschaft kann man sich als Chef bei den Mitarbeitern erst recht beliebt machen.

Der Artikel wurde am 22. Juni 2017 erstellt und zuletzt am 24. Juni 2019 überprüft und aktualisiert.