Mittwoch, 12.09.2018
Personal
Wir sind Mittelstand

Wie zufrieden sind Sie mit Ihren Auszubildenden?

Das neue Ausbildungsjahr hat begonnen, und bei einem Drittel der Betriebe sind Lehrstellen unbesetzt geblieben. Jedes zehnte Unternehmen klagt laut Deutschem Industrie- und Handelskammertag sogar darüber, gar keine Bewerbungen mehr zu erhalten.

Das Wort „Fachkräftemangel“ ist derzeit in aller Munde. Doch wie steht es wirklich um die heutigen Azubis? Wir haben nachgefragt, wie Mittelständler die aktuelle Situation bewerten.

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<b>Claudia Schmid, Manager HR, Congatec AG, Deggendorf</b><br>
„Seit 2005 haben wir 50 Ausbildungsverhältnisse geschlossen. Unseren Auszubildenden lassen wir sämtliche Unterstützung zukommen, die sie zum erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung benötigen. Entsprechend zufrieden sind wir mit unseren Auszubildenden. Wir haben eine Übernahmequote von 100 Prozent. Aktuell sind von 36 ausgelernten Azubis noch 24 im Haus, von denen einige ein Studium oder eine Weiterbildung zum Fachwirt oder Techniker absolvieren oder bereits abgeschlossen haben.“<b>Dietmar Ness, Geschäftsführer, Ness Wärmetechnik GmbH, Remshalden</b><br>
„Als Hersteller hochpräziser Prozesswärmeanlagen bilden wir viele unserer Spezialisten im eigenen Werk aus. Auch wenn momentan oft über mangelnde Nachfrage qualifizierter Schulabgänger nach Ausbildungsplätzen geklagt wird – bei Ness konnten wir bislang jeden Platz mit dem perfekten Bewerber besetzen. Als inhabergeführtes Familienunternehmen bieten wir ein Arbeitsumfeld, das die Auszubildenden schätzen. Zudem versuchen wir, die bei uns ausgebildeten Facharbeiter im Unternehmen zu halten.“<b>Kerstin Schleicher, Personalentwicklung und QM, Wegener + Stapel Fördertechnik GmbH, Bergen</b><br>

„Wir sind auf unsere Auszubildenden sehr stolz. Das liegt nicht allein an unserem Auswahlverfahren, sondern an der Leistung der jungen Menschen. Vielleicht macht gerade diese Sichtweise unseren Erfolg bei der Auswahl neuer Auszubildender aus. Wir legen großen Wert auf Selbständigkeit und Tugenden wie Disziplin und Zuverlässigkeit. Umgekehrt wollen wir den jungen Menschen sowohl Vorbild als auch Mentor für die persönliche Weiterentwicklung sein. Dazu gehört als Basis aufrichtige Wertschätzung.“<b>Sabine Laukemann, Generalbevollmächtigte Personal, Datagroup SE, Pliezhausen</b><br>
„Ausbildung ist immer schon enorm wichtig für uns. Hier sind wir traditionell stark engagiert und bieten eine Vielfalt an Ausbildungswegen an. Für unser duales Studium interessieren sich tolle junge Menschen – unsere Übernahmequote von nahezu 100 Prozent spricht für sich. Und auch mit unseren zurzeit 67 IT- und kaufmännischen Azubis sind wir sehr zufrieden – und würden noch mehr Stellen besetzen. Aktuell definieren wir neue Ausbildungsprogramme etwa für Java-Entwickler und weitere Stellenprofile.“<b>Simone Horra, Personalreferentin, Space Net AG, München</b><br>
„Als Internetprovider der ersten Stunde bildet Space Net mittlerweile die 21. Azubigeneration aus. Wir haben für uns den perfekten Weg gefunden, Azubis auszuwählen: Wir schauen nach Menschen, die zu uns passen, und pressen niemanden in das Korsett einer für ihn ungeeigneten Stelle. Egal ob Azubi oder Mitarbeiter, wir besetzen alle Stellen nach individuellen Fähigkeiten. Manchmal wechseln Azubis spontan die Fachrichtung. Darauf reagieren wir flexibel, weil uns zufriedene Mitarbeiter wichtig sind.“

Der Artikel gehört zu einem Thema aus der „Markt und Mittelstand“-Ausgabe September 2018, die am 7. September erscheint. Hier können Sie das Heft bestellen und „Markt und Mittelstand“ abonnieren.