Freitag, 23.02.2018
Vor allem Frauen wollen Kollegen nicht hängenlassen und gehen deshalb auch krank zur Arbeit. Ob das eine gute Idee ist?

Foto: fizkes/Thinkstock/Getty Images

Vor allem Frauen wollen Kollegen nicht hängenlassen und gehen deshalb auch krank zur Arbeit. Ob das eine gute Idee ist?

Personal
„Kollegen nicht hängen lassen“

Wieso Mitarbeiter auch krank zur Arbeit gehen

Büro statt Bett: Viele Arbeitnehmer gehen auch dann arbeiten, wenn sie eigentlich krank sind. Das zeigen Studien. Vor allem Frauen wollen ihre Kolleginnen und Kollegen nicht hängen lassen.

Mehr als zwei Drittel der Arbeitnehmer in Deutschland (67 Prozent) gehen trotz Krankheit zur Arbeit. Das zeigen aktuelle Zahlen aus einer repräsentativen Befragung des „DGB-Index Gute Arbeit“. Demnach war jeder zweite Befragte eine Woche oder mehr pro Jahr arbeiten, obwohl er nicht fit war. Fast jeder Dritte gab an, sich zwei Wochen oder noch länger gesundheitlich angeschlagen auf den Weg zur Arbeit gemacht zu haben. Für die Studie wurden im vergangenen Jahr 4.800 abhängig Beschäftigte befragt.

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Eine Studie der Krankenkasse DAK ist der Frage nachgegangen, warum Mitarbeiter nicht im Bett bleiben. Mehr als 80 Prozent der Befragten gaben als primären Grund an, dass sie ihre Kollegen nicht hängen lassen wollten. Rund 50 Prozent wollen negative Folgen für Kunden oder Klienten verhindern, wobei diese Motivation bei Frauen deutlich weniger verbreitet ist als bei Männern.

Info

Ob Chefs kranke Mitarbeiter nach Hause schicken müssen und wer haftet, wenn aufgrund einer Krankheit oder Verletzung des Mitarbeiters etwas passiert, haben wir hier für Sie aufgeschrieben.

Arbeitgeber freut es natürlich, wenn sie pflichtbewusste Mitarbeiter haben. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat die entgangene Wertschöpfung durch krankheitsbedingte Ausfälle 2016 auf 133 Milliarden Euro beziffert. Eine Studie aus den USA kommt hingegen zu dem Ergebnis, dass die Kosten durch eine geringere Produktivität zehnmal so hoch wie die Krankheitskosten liegen.