Freitag, 13.06.2014
Laut Studie sind 83 Prozent der Befragten davon überzeugt, nach dem Studium schnell einen adäquaten Job zu finden.

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Laut Studie sind 83 Prozent der Befragten davon überzeugt, nach dem Studium schnell einen adäquaten Job zu finden.

Personal
Studenten wollen Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Zukünftige Fachkräfte wollen soliden Arbeitsplatz

Den künftigen Fachkräften ist vor allem das private Umfeld wichtig,oberste Priorität genießt die Familie. Von ihrem Arbeitgeber wünschen sie sich zudem einen sicheren Arbeitsplatz.

Für  73 Prozent der Studenten ist die Familie besonders wichtig und die Freunde sind für 61 Prozent ein zentraler Bestandteil. Der berufliche Aufstieg  ist für gerade einmal 15 Prozent wesentlich und auch ehrenamtliches Engagement genießt mit nur für 7 Prozent keine hohe Priorität bei Studenten. Das sind die Ergebnisse einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY), für die im März 2014 deutschlandweit rund 4.300 Studenten befragt wurden.

Fachkräfte in spe: Erfolg des Unternehmens unwesentlich

Deshalb stehen im Weiteren auch bei der Berufswahl die privaten Belange im Vordergrund. Bei ihrem späteren Arbeitgeber achten Studenten vor allem auf Jobsicherheit, ein gutes Gehalt und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wenig interessant sind hingegen Erfolg und Innovationskraft des Unternehmens, internationale Arbeitsmöglichkeiten und Zusatzleistungen wie eine Unterstützung bei der Altersvorsorge oder ein Dienstwagen.
„Privates steht für viele Studenten heute an erster Stelle“, sagt Ana-Cristina Grohnert, Managing Partner bei EY. „Beruf, Karriere und Wohlstand sind zwar weiterhin von Bedeutung. Aber diese Themen müssen mit dem Privatleben gut vereinbar sein und sich im Zweifelsfall familiären Belangen unterordnen“. Familie und Freunde für die Karriere zu vernachlässigen, komme heute nur noch für wenige junge Menschen infrage. Mit ihrer Ausbildung und vor ihrem finanziellen und sozialen Hintergrund seien die meisten Studenten schließlich auch gut aufgestellt.

Privates gewinnt immer mehr an Bedeutung

„Die Wirtschaft läuft gut und die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist so niedrig wie lange nicht mehr. Kein Wunder, dass die Studierenden optimistisch in die Zukunft blicken“ erläutert Grohnert, „zumal sich ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt angesichts von Fachkräftemangel und der demografischen Entwicklung sogar noch verbessern dürften.“ Dieses Selbstbewusstsein kommt wohl daher, dass die Studenten sich kaum Sorgen um ihre Zukunft machen: Laut der Studie sind 83 Prozent der Befragten davon überzeugt, nach dem Studium schnell einen adäquaten Job zu finden.
Außerdem sind viele Studenten der Auffassung, dass gute Noten oder zusätzliche Leistungen wie Auslandsaufenthalte nicht so wichtig sind wie Kontakte und Praktika. Grohnert ruft jedoch an dieser Stelle dazu auf, gute Noten und Auslandserfahrung nicht zu vernachlässigten, denn „gerade bei besonders begehrten Stellen sind diese Kriterien oft das Zünglein an der Waage“.

Studenten: Vorstellungen an Arbeitgeber ausgeprägt

Umgekehrt haben auch die Studenten genaue Ansichten, was ihnen ein guter Arbeitgeber bieten sollte. Für mehr als 60 Prozent ist ein sicherer Job ein wichtiges Entscheidungskriterium, dicht gefolgt von einem guten Gehalt und der Möglichkeit von Gehaltssteigerungen (59 Prozent). An dritter Stelle folgt die gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die für 57 Prozent der Studenten essentiell bei der Auswahl des Arbeitgebers. Auch flexible Arbeitszeiten spielen für immerhin 41 Prozent der Studenten eine entscheidende Rolle.
Jedoch bewertet über die Hälfte der Studenten einen guten Führungsstil, eine ausgeprägte Feedback-Kultur sowie die Möglichkeit zur Weiterbildung im Unternehmen sehr bedeutend.
 Materielle Zusatzleistungen wie Smartphones oder Ermäßigungen beispielsweise für Fitness-Studios sind hingegen nur für 14 Prozent entscheidend. „Kleinere Extras sind für Studenten ein Nice-to-have – ein sicherer Job ist hingegen für viele Standard“, sagt Grohnert.

Wechselfreudig: vier Jahre Maximum beim ersten Arbeitgeber

Außerdem achten bereits jetzt schon viele Studenten auf flexible Arbeitszeiten. Auch wenn die meisten von ihnen noch keine Kinder haben. Das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei sehr präsent und entscheidend für das Image eines Arbeitgebers. Auch hier seien die Studenten nicht bereit, für ihren Beruf im Privaten Abstriche zu machen.  

Studenten seien zudem auch geneigt ihren Arbeitgeber zu wechseln, wenn sie nicht zufrieden sind. Die Bindung an den ersten Arbeitgeber ist der Studie zufolge relativ gering, denn zwei Drittel der Studenten wollen maximal vier Jahre bei ihrem ersten Arbeitgeber bleiben. Eine Zugehörigkeit von über zehn Jahren ist lediglich für jeden Zehnten realistisch.

Für knapp drei Viertel der Studenten (73 Prozent) hat die Familie eine besondere Bedeutung und materieller Wohlstand (22 Prozent) sowie Karrierechancen (15 Prozent) werden hingegen deutlich seltener genannt.

Für knapp drei Viertel der Studenten (73 Prozent) hat die Familie eine besondere Bedeutung und materieller Wohlstand (22 Prozent) sowie Karrierechancen (15 Prozent) werden hingegen deutlich seltener genannt.