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Die besten Mittelständler Deutschlands: Ranking nach Bundesländern

| Thorsten Giersch

Markt und Mittelstand und Die Deutsche Wirtschaft zeigen die besten Mittelständler, aufgeteilt nach Bundesländern.

Bunte Häuserfassade in Deutschland
Stark in der Region, erfolgreich im Markt: Diese Mittelständler prägen Deutschlands Wirtschaft vor Ort. (Foto: shutterstock)

6.9.2025 Markt und Mittelstand - von Thorsten Giersch

Der Mittelstand ist sehr vielfältig. Aber egal, ob die Unternehmen global tätig sind oder als Handwerksbetrieb in einem Radius von 50 Kilometern ihr Geld verdienen: Fast alle Betriebe denken im Kern lokal. Sie sind in ihrer Region verwurzelt, engagieren sich vor Ort bei Kultur, Sport und sozialen Einrichtungen. Sie prägen als Arbeitgeber ihre Heimatorte. All dies begann vielleicht nach dem Zweiten Weltkrieg, aber in den 1940er- und 1950er-Jahren entstand die dezentrale Struktur, wie wir sie heute haben und um die uns viele in der Welt beneiden – vor allem in Westdeutschland. In den Trümmern des Krieges mussten Probleme lokal angegangen werden, mit hohem Engagement und Zusammenhalt der „Player“ in der Region. Dazu gehört ein genossenschaftlicher Gedanke, wie er sich zum Teil auch im Bankensystem wiederfindet. Im Osten verfolgte die DDR einen eher zentralistischen Ansatz. Doch seit der Wende setzt sich auch hier der Mittelstand durch – mit Erfolg.

In dieser Ausgabe zeigen wir – passend zu unserem großen Spezial über Deutschlands Wachstumsregionen – die Top-Mittelständler, aufgeteilt nach Bundesländern. Treue Leserinnen und Leser kennen unser jährliches Ranking der „100 wichtigsten Mittelständler“, das wir zuletzt im März veröffentlichten. Diese Liste haben wir erweitert. Wir glauben, wie auch unser Kooperationspartner Die Deutsche Wirtschaft (DDW), dass man an der Liste der Top-Mittelständler erkennt, wie sich die Unternehmenslandschaft wandelt. Umfragen zufolge gehen 42 Prozent der Chefinnen und Chefs derzeit davon aus, dass ihre Geschäftsmodelle in zehn Jahren nicht mehr funktionieren werden. Das mag dramatisch klingen, aber was haben deutsche Familienunternehmen nicht schon alles erlebt?

Die Gründung vieler Mittelständler geht auf die Zeit vor der Industrialisierung zurück, als es noch keine Schinderei in den Fabrikhallen gab, keine Fließbandproduktion, vom Shareholder Value ganz zu schweigen. Mitarbeiter waren noch Menschen und nicht kostenrelevante Produktionsfaktoren. Schon allein wegen dieser langen Historie verbinden Millionen in aller Welt den deutschen Mittelstand bis heute mit einer besonderen Mentalität. Die Betriebe heben sich – zumindest ist ihr Image so – durch wertebasierte Verhaltensweisen ab.

Ob das immer noch so ist oder ein Klischee, haben Wissenschaftler untersucht. Und ihre Antwort ist vielschichtig, schließlich ist der Mittelstand sehr heterogen, die Vielfalt der unternehmerischen Entscheidungen enorm. Das Institut für Mittelstand (IfM) in Bonn hat ermittelt, inwiefern sich die unternehmerischen Ziele mittelständischer Betriebe von denen anderer unterscheiden. Eine der Fragen lautete, was den Familienunternehmen wichtig sei. Kundenzufriedenheit steht da an erster Stelle – die kurzfristige Gewinnmaximierung ganz unten. Das sieht bei börsennotierten Unternehmen ähnlich aus, das Ergebnis ist aber bei Weitem nicht so klar.

Unabhängigkeit wichtig

Die Ziele mittelständischer Unternehmen unterscheiden sich tatsächlich von denen großer Konzerne. Mittelständler werten die eigene Unabhängigkeit, Arbeitnehmerzufriedenheit, Erhalt und Schaffung von Arbeitsplätzen sowie Umwelt höher. Ziele das eine, aber handeln Mittelständler auch wertebewusster? Es kommt dem IfM zufolge darauf an, ob der Betrieb formell ein Familienunternehmen ist oder ob er sich dem Mittelstand wirklich zugehörig fühlt. Die nicht finanziellen Ziele sind solchen Betrieben wichtiger. Der Mythos Mittelstand definiert sich also bei weitem nicht nur über die Eigentümerstruktur, sondern auch durch dieses besondere Selbstverständnis, durch mittelständisches Unternehmertum geprägt zu sein.

Im Vergleich zu Chefs börsennotierter Firmen haben mittelständische Eigentümer häufig eine deutlich stärkere emotionale und persönliche Beziehung zu ihrem Unternehmen, den Beschäftigten und Produkten – eben, weil sie sich in der Produktionshalle sehen lassen und Neuentwicklungen selbst mitgestalten. 

Der Artikel erschien in der Print-Ausgabe Nr. 7 (September 2025) von Markt und Mittelstand.

 

Wie der Index berechnet wird

Seit vielen Jahren ist die Liste „Mittelstand 10.000“ von Die Deutsche Wirtschaft eine wesentliche Referenz in der Ermittlung der wichtigsten Unternehmen des Mittelstands in Deutschland. Hunderte von Medienberichten sowie viele Forschungsarbeiten beziehen sich auf dieses Ranking. Es bewertet Unternehmen anhand von insgesamt 39 Kriterien, die in unterschiedlicher Gewichtung in einen Scoringindex einfließen. Er soll die Bedeutung und das Potenzial eines Unternehmens erfassen.

Der Grundgedanke: Unternehmen sind mehr als reine Umsatzzahlen. Berücksichtigt werden deshalb neben quantitativen Daten wie Umsatz und Mitarbeiterzahl auch qualitative Indikatoren wie Patentstärke, gesellschaftliches Engagement oder Nachhaltigkeitsaspekte. Ein hochkarätiger wissenschaftlicher Beirat überprüft turnusmäßig, wie die Kriterien zusammengestellt und gewichtet sind und passt an.

Ermittelt werden die wichtigsten Firmen aus der Masse der rund 3,5 Millionen Gewerbebetriebe in Deutschland. DDW arbeitet dabei mit Deutsche Exzellenzprüfung aus Düsseldorf zusammen.

Erhoben werden die Daten durch die laufenden Recherchen und Erhebungen der DDW-Research-Redaktion aus allen öffentlich zugänglichen Quellen. Berücksichtigt werden auch andere verfügbare qualitätsführende Datenanbieter. Die DDW-Rankings sind quasi die Firmendatenbank der Firmendatenbanken. Es fließen weitere, exklusive Daten ein wie der Patent Asset Index des Unternehmens Patentsight, der Online-Sichtbarkeitsindex des Unternehmens Sistrix, ein Branchennachaltigkeitsindex, der M&A-Branchendienst „Wer kauft wen“ oder die Kundenbewertungen auf DDW. Zudem stimmt die Research-Redaktion die Unternehmensprofile turnusmäßig mit den Unternehmen selbst ab. Ein Betrieb kann sich auch jederzeit selbst melden.

Aufgenommen werden Unternehmen und deren Töchter in mehrheitlich deutschem Unternehmerbesitz, die einen Umsatz unterhalb von einer Milliarde Euro erzielen. Das Ranking fußt damit auf einer rein neutralen Datengrundlage. Man kann sich nicht „einkaufen“. Die Prüfung und Nennung sind kostenfrei.

Die Top-Mittelständler Deutschlands – Zahlen, Kriterien, Bedeutung

Was ist das Ranking?

  • Das Ranking zeigt die besten Mittelständler in Deutschland – nach Bundesländern sortiert. Grundlage ist die Liste „Mittelstand 10.000“ der Plattform Die Deutsche Wirtschaft (DDW), ein etabliertes Branchenbarometer für wirtschaftliche Relevanz und Zukunftsfähigkeit mittelständischer Unternehmen.

Welche Unternehmen werden berücksichtigt?

  • Unternehmen mit mehrheitlich deutschem Eigentum

  • Umsatz unter 1 Milliarde Euro

  • Keine Eintragung möglich – die Auswahl erfolgt recherchiert & kuratiert

  • Inklusive Tochterunternehmen innerhalb der Umsatzgrenze

Nach welchen Kriterien wird bewertet?
Insgesamt 39 Faktoren, u. a.:

  • Umsatz & Beschäftigtenzahl

  • Patentstärke (z. B. via Patent Asset Index von Patentsight)

  • Nachhaltigkeit & CSR

  • Innovationskraft

  • Online-Sichtbarkeit (z. B. via Sistrix-Index)

  • M&A-Aktivitäten („Wer kauft wen“)

  • Kundenbewertungen

  • Engagement in Region & Gesellschaft

Was macht Mittelstand aus?

  • Starke regionale Verwurzelung

  • Wertegerichtetes Unternehmertum

  • Fokus auf Unabhängigkeit, Kundenzufriedenheit und langfristige Stabilität

  • Häufig familiengeführt mit hoher Identifikation von Inhabern, Mitarbeitenden und Produkten

Wussten Sie schon?
Laut IfM unterscheiden sich Mittelständler signifikant von Konzernen: Nichtfinanzielle Ziele wie Mitarbeitermotivation, regionale Verantwortung und Nachhaltigkeit sind für sie oft wichtiger als kurzfristige Gewinnziele.

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