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Studien & Forschung > Studie: Arbeitsmarkt & Fachkräftemangel

IW-Studie: Deutschland droht bis 2028 ein Engpass von 768.000 Fachkräften

| Markt und Mittelstand Redaktion

Trotz Digitalisierung und schrumpfender Wirtschaft fehlen bis 2028 rund 768.000 Fachkräfte – besonders im Verkauf, in Kitas und im Metallhandwerk.

Illustration ki-generiert mit Schruftzug "Fachkräfte 2028 - fehlen 768.000"
(Foto: ki-gneriert/Chatgpt)

768.000 Fachkräfte werden fehlen – und das trotz Automatisierung, Migration und wirtschaftlicher Dämpfer. Die neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) liefert einen nüchternen Ausblick: Der Engpass auf dem deutschen Arbeitsmarkt wird wieder größer. Besonders betroffen: Verkaufsberufe, Erzieher und das Metallhandwerk. Die Ursachen reichen von Demografie über Bildungsdefizite bis zur sinkenden Attraktivität der dualen Ausbildung.

Der Verkauf bröckelt: Demografie trifft Dienstleistungsrealität

Über 40.000 unbesetzte Stellen im Einzelhandel prognostiziert das IW bis 2028 – trotz sinkender Gesamtbeschäftigung in der Branche. Die Erklärung: Altersbedingt scheiden mehr Kräfte aus, als nachrücken. Während Konsumverhalten und Ladenflächen schrumpfen, trifft der demografische Wandel den Handel mit voller Wucht. Unternehmen finden schlicht keine Nachfolge – insbesondere in Teilzeitstellen und Filialformaten.

 

Metallberufe unter Druck – trotzdem bleibt die Lücke

Rund 161.000 Stellen in den Metallberufen werden laut IW in den nächsten Jahren wegfallen. Doch Nachwuchsmangel und eine zu geringe Ausbildungsquote führen dazu, dass selbst in schrumpfenden Branchen Fachkräftelücken bestehen bleiben: Für Metallbauer fehlen 7.400 Kräfte, für spanende Berufe wie Zerspaner weitere 5.300. Der Rückgang geringqualifizierter Helfer ist besonders ausgeprägt – und trifft eine Industrie, die ohnehin unter strukturellem Wandel leidet.

Kitas: Mehr Personal, aber nie genug

Erstaunlich: Die Zahl der Erzieherinnen und Erzieher wächst, um über 136.000 bis 2028. Und doch entsteht gleichzeitig eine Lücke von knapp 31.000 Fachkräften. Denn der Bedarf steigt noch schneller – durch Ganztagsbetreuung, Inklusion und die Ausweitung der frühkindlichen Bildung. Zwar entscheiden sich viele junge Menschen für den Beruf, doch die Ausbildungszahlen reichen nicht aus, um die demografische Lücke zu schließen.

Kommentar: Ein strukturelles Problem, kein konjunkturelles

IW-Experte Alexander Burstedde warnt davor, sich von sinkenden offenen Stellen blenden zu lassen. Der Rückgang sei kein Entwarnungssignal, sondern eine Folge konjunktureller Abkühlung. Der strukturelle Fachkräftemangel bleibe bestehen – besonders in Ausbildungsberufen. Seine Forderung: frühere Berufsorientierung, gezielte Information über Mangelberufe und eine politische Aufwertung der beruflichen Bildung.

Fazit: Die Fachkräftelücke kehrt zurück – leiser, aber hartnäckiger

Während die Wirtschaft nach Pandemiejahren, Inflation und Transformation taumelt, öffnet sich still eine alte Wunde: der Fachkräftemangel. Die IW-Zahlen zeigen: Die Lücke verlagert sich, verschiebt sich zwischen Branchen – doch sie verschwindet nicht. Wer sie schließen will, muss bei der Ausbildung ansetzen. Und bei der Frage, welchen Stellenwert A

 

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