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Jimdo-ifo Index: Solo-Selbständige erhöhen Investitionen trotz Stimmungstief

| Anja Georgia Graw-Bärwalde | Lesezeit: 4 Min.

Investitionen steigen bei Solo-Selbständigen und Kleinstunternehmern leicht, während Geschäftsklima und Erwartungen stark einbrechen.

Gestresster Selbständiger Foto: Shutterstock
Zwischen Zahlen, Prognosen und wachsender Unsicherheit: Viele Solo-Selbständige und Kleinstunternehmer ringen derzeit mit der Frage, ob und wie sie noch investieren sollen. Foto: Shutterstock

Von Anja Georgia Graw-Bärwalde

Die deutsche Wirtschaft bleibt im Frühjahr 2026 in einer fragilen Lage: Geopolitische Spannungen, verhaltene Nachfrage und anhaltende Unsicherheit prägen die Erwartungen vieler Unternehmen. Besonders stark trifft diese Gemengelage jene, die ohne große finanzielle Puffer arbeiten. Solo-Selbständige und Kleinstunternehmen stehen unter besonderem Druck, flexibel zu reagieren – und zugleich strategische Entscheidungen zu treffen. Eine aktuelle Jimdo-ifo-Umfrage zeigt nun, wie sie in diesem Spannungsfeld agieren: vorsichtig investierend, aber mit deutlich eingetrübtem Blick auf die Zukunft.

Mehr Investitionen - aber ohne Aufbruchstimmung

Solo-Selbständige und Kleinstunternehmen tasten sich vorsichtig nach vorn – das zeigt eine aktuelle Jimdo-ifo-Umfrage vom März 2026. Demnach planen 21 Prozent, ihre Investitionen im Jahr 2026 zu erhöhen, ein Anstieg nach 18,2 Prozent im November 2025. Gleichzeitig sinkt der Anteil derjenigen, die ihre Ausgaben kürzen wollen, von 36,3 auf 31,9 Prozent. Von einer echten Trendwende kann keine Rede sein: 47,1 Prozent halten ihr Investitionsniveau konstant. Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft bleibt die Zurückhaltung deutlich – dort wollen 28,4 Prozent der Unternehmen mehr investieren. „Die Investitionsbereitschaft legt leicht zu, doch für einen nachhaltigen Aufschwung brauchen Selbständige verlässliche und planbare Rahmenbedingungen“, sagt ifo-Expertin Katrin Demmelhuber.

Erwartungen brechen ein – Unsicherheit wächst

Während die Investitionspläne leicht zulegen, kippt das Stimmungsbild deutlich. Im März brechen die Geschäftserwartungen um 10,9 Punkte ein – so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr – und fallen insgesamt von minus 15,1 auf minus 26,0 Saldenpunkte. Das Geschäftsklima sinkt entsprechend auf minus 20,8 Punkte. Die aktuelle Geschäftslage wird zwar etwas besser bewertet, doch die Unsicherheit nimmt weiter zu: 36,4 Prozent der Solo-Selbständigen und Kleinstunternehmen können ihre künftige Entwicklung kaum einschätzen, nach 32 Prozent im Vormonat. „Trotz der leichten Verbesserung bleiben die Investitionspläne der Selbständigen hinter der übrigen deutschen Wirtschaft zurück“, sagt Demmelhuber. „Viele Selbstständige stehen schon lange unter Druck – und wenn dann noch eine Krise dazukommt, trifft sie das besonders hart“, ergänzt Matthias Henze, CEO und Gründer von Jimdo. „Rund zwei Drittel spüren die Auswirkungen des Iran-Konflikts bereits im eigenen Geschäft.“

Kredite werden zugänglicher – aber kaum genutzt

Bei der Finanzierung zeigt sich eine leichte Entspannung. Der Kreditzugang verbessert sich spürbar, bleibt aber trotzdem für viele schwierig: Der Anteil der Solo-Selbständigen und Kleinstunternehmen, die von Problemen berichten, sinkt von 47,6 auf 34,6 Prozent. Auch in der Gesamtwirtschaft geht dieser Wert zurück (von 35,2 auf 31,7 Prozent). Dennoch bleibt die Nutzung von Krediten gering: Nur 10,5 Prozent führen überhaupt Kreditverhandlungen, während es in der Gesamtwirtschaft 26,4 Prozent sind. Damit bleibt die Finanzierung ein entscheidender Hebel – und zugleich ein Unsicherheitsfaktor dafür, ob die angekündigten Investitionen tatsächlich umgesetzt werden.

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